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Frischer Wind im Museum Altes Land

Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann vor einem 100 Jahre alten "Stöttkarren"
 
Bohlmann zeigt architektonische Beispiele vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart
bc. Jork. Exakt 23.074 Besucher pilgerten im vergangenen Jahr ins Jorker Museum Altes Land (Westerjork 49). Würden sie in diesem Jahr wiederkommen, könnten sie viele neue Exponate bewundern. Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann hat die Ausstellung im Haupthaus ausgedünnt, um Platz für neue Objekte zu schaffen. Gleichzeitig wurde in der benachbarten Durchfahrtsscheune, die ursprünglich in Huttfleth in Steinkirchen stand und als ältestes noch erhaltenes Nebengebäude des Alten Landes gilt, eine neue Schau aufgebaut. Der Titel: Baukunst im Alten Land. Offizielle Eröffnung ist am Dienstag, 15. April. "Ein Museum lebt von der Veränderung", sagt Bohlmann.

Zwei wirklich sehenswerte neue Exponate, die schon länger im Museumsmagazin lagerten, haben es nun in die Ausstellung geschafft: zum einen ein rund hundert Jahre alter "Stöttkarren" - eine kippbare, von Pferden gezogene Karre mit Ladefläche, die zum Transport von Kleiboden für den Deichbau diente. Die Leihgabe stammt von Adolf König aus Hinderdeich. Außerdem präsentiert Bohlmann ein ebenso altes Dielenboot, das lange Zeit als Beiboot zum Ewer "Bertha" gehörte. "Es befindet sich in einem hervorragenden Zustand", sagt Bohlmann, der das Exponat von der Familie Schacht aus Möjenhörn erstand.

Mit viel Verve und Fleiß hat sich Bohlmann der Altländer Baukultur angenommen. Auf zahlreichen Schildern und etlichen eigens angefertigten Zeichnungen erklärt der ehemalige Lehrer die Geschichte der prunkvoll verzierten Fachwerkbauten an der Niederelbe. Die Besucher erfahren Hintergründe über Gestaltungsprinzipien (Stichwort "Goldener Schnitt"), Baustile und damals verwendete Materialien sowie über die traditionellen Brauttüren. Auf einer barocken Treppe zeigt der ehrenamtliche Museumsleiter architektonische Beispiele vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Die Ausstellung soll als Leitfaden für Eigentümer alter Gebäude dienen, die ihre historischen Bauten fachgerecht restaurieren wollen. So gehören in ein Altländer Fachwerkhaus ausschließlich hochformatige Fenster, sagt Bohlmann. In einem zweiten Abschnitt in der Durchfahrtsscheune hängen seit Kurzem alte Prunkschlitten von der Decke, die die Jugendbauhütte dort aufgehängt hat.

• Zur Bilanz: Seit 1990 haben 532.828 Besucher das Museum Altes Land als ihr Ausflugsziel ausgewählt. Im Schnitt sind das 22.607 Gäste pro Jahr. Im vergangenen Jahr spendeten die 23.047 Besucher 8.000 Euro. Besonders der Fahrradtourismus nehme immer mehr zu, sagt Dieter-Theodor Bohlmann. Der Ostermarkt in diesem Jahr mit gut 900 Besuchern sei ein voller Erfolg gewesen.

• Der Ausblick: 2014 legt das Museum seinen Fokus auf Musik und Kunst. Neben der beliebten Konzertreihe "Klassik auf dem Lande", dem Konzert der Kreisjugendmusikschule und den Lessing-Gesprächen im November findet noch bis zum 27. April eine Ausstellung zum Thema "Hausfrau und Garten" von Karin Boine statt. Weitere Ausstellungen werden folgen. Für 2015 plant Bohlmann eine Ausstellung zum Kriegsende 1945.

• Öffnungszeiten des Museums: von April bis Oktober täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr.