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Groß Hove: Werden Hafenpläne konkreter?

bc. Jork. Was läuft da hinter den Kulissen in Sachen Hafenverlegung in Groß Hove? Das fragt sich Anwohner Ingo Koch mehr denn je. Er vermutet, dass im Hintergrund schon wichtige Grundstücksdeals eingetütet wurden, die essentiell sind, um das Projekt voranzubringen. „Die Angelegenheit wird zielorientiert weiterverfolgt“, sagt er.

Wie berichtet, wurde im vergangenen Jahr öffentlich, dass sich ein Buxtehuder Architekt und ein Jorker Reeder, deren Stadtvillen direkt neben dem Hafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Buxtehude liegen, das Grundstück des WSA sichern wollen, um hier möglicherweise Wohnhäuser zu errichten.

Dem WSA hatten sie dafür einen Flächentausch angeboten. In Groß Hove planten die Investoren, einen Ersatzhafen für das WSA auf Höhe der Hausnummer 136 zu bauen. An einer Unterschriftensammlung gegen das Vorhaben beteiligten sich mehr als 300 Este-Anrainer. Danach kehrte Ruhe ein. Bis jetzt.

In den vergangenen Tagen beobachtete Ingo Koch erneut Bewegungen auf dem Grundstück an der Este. Neue Vermessungen fanden statt. „Das macht nur Sinn, wenn ein Auftraggeber da ist und die alten Messungen vom Vorjahr intensiv durchgearbeitet worden sind und jetzt vervollständigt werden müssen“, so Koch.

Seine Vermutung: Die Investoren haben sich jetzt das bis dato landwirtschaftlich genutzte Gelände an der Este gesichert, um tatsächlich auf einer Fläche von mehr als 6.000 Quadratmetern den Bau des Betriebshafens voranzutreiben.

Bürger aus Hove und Leeswig sind entschieden dagegen: Es bestehe kein öffentliches Interesse, diesen Hafen nach Groß Hove zu verlegen. Zumal dann der Hafen direkt an ein Schutzgebiet grenzen würde und die Zuwegung nicht für Schwerlastverkehr geeignet sei. „Aus meiner Sicht macht der Plan ebenfalls keinen Sinn, weil das WSA bereits einen Kilometer weiter flussabwärts am alten Sperrwerk in Cranz einen Lagerhafen betreibt“, so Koch. Es gebe jedoch Befürchtungen, dass sich das WSA als eigenständige Baubehörde des Bundes das Vorhaben selbst genehmigen könnte.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage weiß Jorks Bürgermeister Gerd Hubert nichts von entsprechenden Grundstücksgeschäften. „Sofern sich dort Planungen konkretisieren, ist abgemacht, dass sich das WSA und das Bauordnungsamt des Landkreises bei mir melden. Das haben sie bisher nicht getan.“

Auch das WSA verfolgt derzeit laut einem Schreiben an Koch keine konkreten Pläne in diese Richtung. Das will aber nichts heißen, so Koch. Sofern der Investor dem WSA einen komplett neuen Hafen bauen würde, hätte die Schifffahrtsbehörde einen großen Vorteil von dem Projekt.

Oder wird vielleicht doch etwas völlig anderes geplant?