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Jork: Darum braucht die Grundschule eine neue Halle

Schulleiter und Sportlehrer Heinrich Lücken kann mit den Kindern keinen vernünftigen Unterricht in der 170 Quadratmeter großen Turnhalle durchführen
bc. Jork. Heinrich Lücken (58) ist Sportlehrer aus Leidenschaft. Der Leiter der Jorker Grundschule am Westerminnerweg kann jedoch nicht so, wie er will. Denn für einen vernünftigen Unterricht mit seinen 16 Grundschulklassen fehlt ihm die nötige Halle. Die Turnhalle in der mehr als 70 Jahre alten Festhalle ist mit nur 170 Quadratmetern Fläche viel zu klein und außerdem zu weit weg. "Ich kenne keine Schule, die keine eigene Sporthalle besitzt", sagt Lücken.

Der Pädagoge machte der Politik im jüngsten Schulausschuss deutlich, warum eine neue Halle, bestenfalls eine Zweifeldhalle, so nötig wäre: Die jetzige sei eine Notlösung, ein regulärer Unterricht unmöglich, so Lücken. Handball könne gar nicht, Völkerball und Brennball nur mit mit großen Einschränkungen gespielt werden. "Es gibt keine Auslaufzonen. Ich mache mir jedes Mal Sorgen um die Gesundheit der Schüler", erzählt Lücken. Arbeitsgemeinschaften und der so wichtige Sportförderunterricht könne er überhaupt nicht anbieten.

Zudem benötigen die Kinder jedes Mal ca. sechs Minuten, um überhaupt zur Halle zu gelangen. Zwölf Minuten hin und zurück. Zusammengerechnet fallen so in einem Schuljahr zehn Unterrichtsstunden aus. Die drei 4. Klassen und die eine 3. Klasse, die im noch weiter entfernten Schulzentrum Sport treiben, bräuchten noch länger. Kumuliert gehen in einem Schuljahr sogar 17 Unterrichtsstunden drauf. Ein mehr als unglücklicher Zustand für den Schulleiter. Aufgrund der Wegezeiten seien nur Doppelstunden möglich.

Wie berichtet, empfahl der Schulausschuss mehrheitlich, ein Grundstück gegenüber der Schule zu kaufen und die Planungen für den Bau einer neuen Halle in die Wege zu leiten. Ob es jedoch wirklich dazu kommt, steht angesichts der prekären Haushaltssituation in den Sternen. Letztendlich entscheidet der Rat, die Kommunalaufsicht des Landkreises muss dann den Haushalt genehmigen.

Elternvertreter Thomas Cordes brachte bei der Sitzung eine völlig neue Variante ins Spiel: Angesichts der anstehenden teuren Brandschutzsanierung, der dringend benötigten Halle sowie der fehlenden Barrierefreiheit wäre es eine Überlegung wert, den Schulstandort am Westerminnerweg komplett aufzugeben und über einen konzentrierten Neubau auf einem anderen Grundstück nachzudenken.