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Jork: „Jede dieser Uhren ist ein Unikat“

Jürgen Hoffmann (Mitte) stellte sein Werk "Turmuhren im Alten Land" im Beisein der Stiftungsmitglieder, Pastoren aus dem Alten Land und Landrat Michael Roesberg (2. v. re.) im Estebrügger Museum vor

Jürgen Hoffmann (86) aus Cranz verfasst das Werk „Turmuhren im Alten Land“

ab. Jork/Estebrügge.
Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes „Zeitzeugen“: Die Geschichte von zehn Kirchturmuhren und einer Schuluhr, alle im Alten Land zu finden, hat Jürgen Hoffmann genau unter die Lupe genommen. Sein Werk „Turmuhren im Alten Land“ hat der Uhrmacher jetzt auf Einladung der Kulturstiftung Altes Land im Estebrügger Museum vorgestellt.

Das Werk des Uhrmachers sei faszinierend, denn Uhren hätten einen besonderen Reiz, sagte Landrat Michael Roesberg in seiner Laudatio. „Sie geben uns die Zeit, aber nicht die Eile. Eine historische Uhr ist ein Stück Ruhe“, so Roesberg. Bei großen Uhrwerken gebe es sehr viel Technik. Die Vorstellung, dass sie von Hand gebaut wurden, sei faszinierend.
Der Landrat lobte, Hoffmanns Werk sei „wertvoll für das Alte Land“: „Wir sind Ihnen für diese Arbeit sehr dankbar. Die Kulturstiftung wird Ihr Werk hochhalten“, versprach er.

„Jede Uhr im Alten Land ist ein Unikat“, sagte der Autor, der seit vielen Jahrzehnten historische Fakten aus dem Alten Land zusammenträgt und für sein Engagement im vergangenen Jahr mit dem Süderelbe Thaler ausgezeichnet wurde (das WOCHENBLATT berichtete). Mit seinen Recherchen zum Thema Turmuhren im Alten Land hatte Jürgen Hoffmann bereits im Jahr 2002 begonnen. Nach den Sommerferien bat eine Lehrerin den Cranzer, die Turmuhr der dortigen Schule wieder in Gang zu setzen. Anschließend fragte ihn der Pastor aus Neuenfelde, ob er Fehler am dortigen Kirchturmuhrwerk beseitigen könne. „Bei mir wuchs dadurch der Wunsch, alle Turmuhren im Alten Land kennenzulernen“, erinnert sich Hoffmann.

Der Uhrenliebhaber begann mit einer intensiven Recherche, die sich teilweise als problematisch herausstellte: Auf der Suche nach alten Schriftstücken wurde ihm der Zutritt zu einigen Kirchenarchiven verweigert. Davon ließ sich Hoffmann aber nicht schrecken: „Ich habe einfach gewartet, bis es einen Pastoren-Wechsel gab“, erzählt er.

Am Ende konnte er alle erforderlichen Unterlagen einsehen, bei Schriftstücken, die sich in Privatbesitz befanden, half ihm der Zufall. Im Jahrbuch des Altländer Archivs von 2015 veröffentlichte Jürgen Hoffmann erstmals „Turmuhren im Alten Land“ als eine von mehreren Geschichten verschiedener Autoren. Das neue Werk ist ausführlicher, alle darin abgebildeten Fotos und auch das Layout hat der Autor selbst gemacht.

„Das Buch ist so wertvoll, dass es nur in Bibliotheken, Archiven und Kirchen eingesehen werden kann“, informierte Susanne Höft-Schorpp vom Altländer Archiv. Nur 40 Exemplare des Werkes wurden insgesamt gedruckt. Das Jahrbuch von 2015 mit einer gekürzten Fassung zum Thema ist noch erhältlich.