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Jork: Keine Handhabe bei Brandruinen

bc. Jork. Eine Außenwand des abgefackelten früheren Restaurants "Herbstprinz" in Jork droht einzustürzen. In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Landkreis Stade musste die Gemeinde tätig werden und die Wand mit Holzbalken abstützen. "Die Maßnahme dient der Gefahrenabwehr", erklärt Jorks Kämmerer Matthias Riel. Wie berichtet, musste bereits eine Außenwand des ebenfalls abgebrannten "Altländer Hofs" in gleicher Form gesichert werden.

Auf beiden Grundstücken türmen sich die Trümmerteile. Die Brandruinen am viel befahrenen Obstmarschenweg sind die Schandflecke der Gemeinde. Eine Chance, dort einzugreifen und zumindest die verkohlten Überreste abzutransportieren, habe die Gemeinde jedoch nicht, so Riel. "Wir haben keine Handhabe, auf fremden Grundstücken aufzuräumen", erklärt der Verwaltungsfachmann. Zumal das "Herbstprinz"-Grundstück noch immer bewohnt sei.

Wie berichtet, lebt Andreas S. in einem Nebengebäude. Im März 2011 wurde er Opfer eines Überfalls, den seine Ex-Freundin Sandra T., insolvente Eigentümerin des "Altländer Hofes" und des "Herbstprinz", und ihr heimlicher Geliebter Marc W. verübt haben sollen. T. wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, W. musste ins Gefängnis. Kurz nachdem Sandra T. 2011 aus der U-Haft entlassen wurde, brannte der "Altländer Hof" ab. Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Anschlag auf S. fackelte auch der "Herbstprinz" ab.

Seitdem verschandeln die Ruinen das Jorker Ortsbild. Erst kürzlich verlief eine Zwangsversteigerung des "Altländer Hofs" erfolglos. Kein einziges Gebot wurde abgegeben. Um das Grundstück für potenzielle Investoren schmackhafter zu machen, will die Gemeinde nun eine Art Investoren-Handbuch auf den Weg bringen. Riel: "Wir als Gemeinde werden verstärkt in die Öffentlichkeitsarbeit einsteigen, um Lösungen für das Grundstück aufzuzeigen."