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Jork: "Starenkasten" gegen Raser

Der schlimme Unfall im August mit zwei Todesopfern rüttelte die Jorker Bevölkerung auf (Foto: archiv)
bc. Jork. Schon wenige Stunden nach dem tödlichen Raser-Unfall auf der L140 in Jork, bei dem im August ein 17- und ein 21-Jähriger ums Leben kamen, wurden die ersten Rufe nach einem "Starenkasten" laut. Paul Beard, vor dessen Möbelgeschäft das Unglück passierte, forderte im WOCHENBLATT: "Im Grunde bringt nur ein fest installierter Blitzerkasten was, um die Raserei einzudämmen." Mitte September übergab schließlich eine Elterninitiative eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Gerd Hubert. 501 Unterzeichner forderten Maßnahmen gegen Raser.

Fast vier Monate später haben die Jorker Politiker reagiert. Die Mitglieder des Bauausschusses empfahlen der Verwaltung am Dienstag, den Landkreis aufzufordern, einen "Starenkasten" auf der L140 in Osterjork aufzustellen. "Eine solche Blitzanlage wirkt wie eine erzieherische Maßnahme", so CDU-Ratsherr Peter Sumfleth.

Fraglich allerdings, ob der Kreistag dort einen stationären Blitzer für sinnvoll erachtet. Nach den Ergebnissen einer zweiwöchigen Verkehrszählung auf der L140 in Jork sprechen die Zahlen nicht für eine gefährliche Unfallstelle. Fazit des Straßenverkehrsamtes: In Jork werde nicht mehr gerast, als anderswo auch. Selbst die Menge an Fahrzeugen habe nicht zugenommen.

Dementsprechend lägen "keine besonderen Umstände" vor, Maßnahmen gegen Temposünder zu ergreifen. Dazu gehöre auch das Einrichten einer Tempo 30-Zone, wie sie die SPD fordert. "Tempo 30 gängelt Autofahrer", konstatierte Markus Bredehöft vom Landkreis. Ein Tempolimit auf einer ausgebauten Straße wie der L140 fände keine Akzeptanz. Erst wenn die A26-Anschlussstelle Jork geöffnet sei, werde eine 30er-Zone auf der K26 und der L140 eingerichtet - aber nur für Lkw.

Auch die Jorker Polizei hält die L140 für relativ ungefährlich. In zweieinhalb Jahren von 2011 bis Mitte 2013 seien lediglich 17 Verkehrsunfälle mit verletzten Personen in Oster- und Westerjork verzeichnet worden, davon sei nur zweimal überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache gewesen. "Angesichts der Verkehrsdichte auf der L140 ein geringer Wert", erläuterte Jorks Polizeichef.

Die Meinung der Behörden deckt sich nicht mit der Wahrnehmung der Anwohner, die Angst um ihre Kinder haben. Auf Druck von Bürgervereinsvorsitzende Marion Albers soll sich die Jorker Verwaltung beim Landkreis auch für eine Ampellösung in Osterjork einsetzen.