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Jork: Verband verteidigt Baumfällungen auf dem Deich

"Die Mängel, die im Beisein von Landkreis und Gemeinde festgestellt wurden, haben wir beseitigt. Dafür müssen wir Sorge tragen", sagt Oberdeichrichter Uwe Hampe
bc. Jork. Eines dürfte inzwischen allen klar sein: Die Bürger im Alten Land reagieren allergisch, wenn vor ihren Haustüren Bäume auf den Deichen gekappt werden. Seit 2012 zwei uralte Linden auf dem Deich in Estebrügge gefällt wurden, stehen die Anwohner bei kreischenden Motorsägen Gewehr bei Fuß. Grüne Riesen, die das Ortsbild prägen, sind ihnen heilig. Viele Bürger fragen sich, warum der Deichverband 2. Meile Alten Landes trotzdem zum wiederholten Mal jegliches Fingerspitzengefühl hat vermissen lassen.

Beim jüngsten Aufreger waren es zwar "nur" drei kleinere Linden in Estebrügge (das WOCHENBLATT berichtete), die Empörung ist jedoch nicht minder groß. Die Kritik richtet sich in erster Linie an Oberdeichrichter Uwe Hampe. Der verteidigt sich.
Der Deichverband habe nur die protokollierten Ergebnisse der letzten Deichschau im Oktober 2013 umgesetzt. "Die Mängel, die im Beisein von Landkreis und Gemeinde festgestellt wurden, haben wir beseitigt. Dafür müssen wir Sorge tragen", sagt Uwe Hampe. Die drei Jungpflanzen, die jetzt herausgerissen wurden, seien ohne Genehmigung auf dem Grund und Boden des Deichverbandes gepflanzt worden. "Neuanpflanzungen auf den Deichen sind nicht erlaubt, bestätigt auch das Land", so Hampe.

Jorks Bauamtsleiter Thomas Bültemeier kann das Verhalten des Deichverbandes nicht nachvollziehen: Es habe eine klare Absprache bei der letzten Deichschau gegeben, dass der Deichverband keine Bäume kappt ohne kurzfristige Ankündigung. Die habe es nicht gegeben. Bültemeier hätte nichts gegen Neuanpflanzungen auf dem Deich, sofern sie die Deichsicherheit nicht gefährden. Warum die drei kleinen Bäume in Estebrügge den Deich gefährden sollen, kann er nicht verstehen - zumal die Bäume hinter einer durchgängigen Bebauung auf dem Deich standen. Bültemeier geht noch einen Schritt weiter: "Ich wäre der erste, der einen Spaten in die Hand nimmt, und neue Bäume pflanzt."

Es sieht danach aus, als ob der Baumstreit im Alten Land noch nicht ausgestanden ist.