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Jork: Weiteres Traditionshaus macht dicht

Inhaberin Anke Schradick hat in den vergangenen Jahren viel Geld in die Renovierung des Hauses gesteckt. Den Hotelbetrieb will sie vorerst weiterführen
bc. Jork. Und wieder könnte Jork um eine kulinarische Einkehrmöglichkeit ärmer werden. Findet Anke Schradick, Inhaberin des traditionsreichen „Hotel Sievers“, keinen Nachfolger, bleibt das für seine Wildspezialitäten bekannte Altstadt-Restaurant geschlossen. Am Sonntag, 28. Dezember, gibt sie die letzten Essen heraus. „Ich muss aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten“, sagt die Frau, die ausdrücklich betont: Betriebswirtschaftliche Gründe spielten keine Rolle: „Der Laden brummt.“

Im Jahr 2005 übernahm Anke Schradick zunächst als Pächterin, dann zwei Jahre später als Eigentümerin das altehrwürdige, reich verzierte Fachwerkhaus in der Ortsmitte. Es ist eines der ältesten Gebäude im ganzen Alten Land (1650 erbaut). Die 46-Jährige sucht bereits seit einem Jahr nach einem Nachfolger. Für 695.000 Euro könnte das denkmalgeschützte Haus den Besitzer wechseln. Schradick: „Ich habe in den vergangenen Jahren knapp eine Million Euro in die Renovierung investiert, bin mit acht Zimmern gestartet und habe immer weiter ausgebaut.“ Samt Kaffee- und Wintergarten ist Platz für 220 Gäste.

Falls sich kein Käufer findet, will Anke Schradick zumindest das Hotel mit seinen 19 Zimmern weiterführen - als Hotel Garni (mit Frühstück). „Für das Restaurant fehlt mir leider die Kraft“, sagt die gelernte Hotelfachfrau aus Mulsum. 17 Angestellte in Voll- und Teilzeit bräuchten dann einen neuen Job.

Das Hauptgebäude des Hotels mit seinen wunderschönen Malereien und Sprüchen am Giebel ist ein Aushängeschild für Jork. Die Giebel mit ihrer Fachwerkanordnung und den Schmuckformen im Mauerwerk sind gut erhalten.

Für die Gemeinde wäre es nach den Feuer-Dramen um den „Altländer Hof“ und den „Herbstprinz“ ein weiterer gastronomischer Nackenschlag, falls das Restaurant zur Hauptsaison im April nicht mehr öffnen würde. Dann gebe es im Kernort nur noch das Hotel Altes Land sowie zwei griechische Restaurants, um Einheimische, Tagesbesucher und Touristen zu bewirten.

Für ein Dorf, das sich gerne als touristenfreundlich beschreibt, wäre es schade, wenn es im Sommer noch ein Ausflugslokal weniger gibt. Jetzt hoffen vor allem die Altländer Touristiker, dass sich bald ein Nachfolger findet.