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Jorker Ortsumgehung wird erst 2015 fertig

Der Vorbelastungsdamm, der den sumpfigen Marschboden auspressen soll (links im Bild), senkt sich zu langsam, um mit der Asphaltierung der Umgehung bald beginnen zu können
bc. Jork. Die A26 und ihre Folgen: Droht jetzt neues Unheil? Bisher ging Jorks Bürgermeister Gerd Hubert immer davon aus, dass die Ortsumgehung fertig ist, wenn die A26-Anschlussstelle Jork wie geplant Ende November dieses Jahres geöffnet wird. Daraus wird nun nichts, teilt der Landkreis Stade mit, der Bauherr der Trasse ist.

"Die Umgehung ist erst 2015 fertig. Wann genau, hängt von der Witterung ab", sagt Landkreissprecher Christian Schmidt. Das WOCHENBLATT überraschte Hubert am Mittwoch mit dieser Nachricht.

"Davon wusste ich nichts. Eine große zeitliche Verschiebung können wir uns nicht leisten", sagte ein sichtlich baffer Rathaus-Chef. Er weiß: Wenn die Umfahrung, die den Verkehr von und zur Autobahn aus dem Jorker Ortskern heraushalten soll, nicht rechtzeitig fertig wird, droht ein Verkehrschaos. Zumal der Landkreis derzeit Druck macht, die Autobahn ab Ende 2014 doch in beide Richtungen für Autos und Motorräder zu öffnen - also auch von Horneburg nach Jork.

Wie berichtet, plant die Landesbehörde für Straßenbau in Stade nach Absprache mit der Buxtehuder Straßenbaubehörde bislang nur eine Öffnung der A26 für Pkw und Motorräder in Richtung Horneburg - solange bis die Trasse nach Neu Wulmstorf (2019/2020) weitergebaut ist.

Landrat Michael Roesberg sagte dazu im WOCHENBLATT: "Man kann den Menschen schwer erklären, dass eine fertige Autobahn vier oder fünf Jahre lang geschlossen bleibt. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand." Ob die Nachricht, dass die Jorker Umgehung später als geplant fertig wird, Roesbergs Meinung ändert?

Die schlechten Bodenverhältnisse seien Schuld an der Verzögerung, so Kreissprecher Schmidt. Ende 2013 wurde mit dem Aufschütten eines Vorbelastungsdamms begonnen. Der tonnenschwere Sand soll den sumpfigen Marschboden gewissermaßen auspressen, um späteren Setzungen der Straße vorzubeugen.

Schmidt erklärt: "Die Setzungen werden regelmäßig über sogenannte Setzungspegel kontrolliert. Derzeit betragen sie an einigen Stellen nur einige Zentimeter pro Monat und liegen damit in einer Größenordnung, die einen endgültigen Ausbau der Straße noch nicht zulassen."

Rund 3,4 Millionen Euro soll die 529 Meter lange Umgehung kosten. 60 Prozent bezahlt das Land, 40 die Gemeinde Jork. 1,8 Millionen Euro müssen die Jorker Steuerzahler übernehmen. Übrigens: Schon im Sommer 2013 befürchtete Heiko Köhnlein, Leiter des Kreis-Umweltamtes, im WOCHENBLATT, dass die Trasse erst 2015 fertig wird.

Die Verzögerung der Umgehung ist aber nicht das einzige Verkehrsproblem, dass Jork hat. Ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der Bereich an der L140 - dort, wo die Umfahrung andocken soll - den künftigen Verkehrsströmen nicht mehr gewachsen ist. Bürgermeister Hubert möchte daher einen Kreisel bauen, hat aber kein Geld. Kreis und Land wollen nicht zahlen.

Auch für die Vermarktung des gerade erweiterten Jorker Gewerbegebiets "Ostfeld" ist der Verzug der Umgehung kein gutes Signal. Die neue Verkehrsverbindung soll nämlich nicht nur das Ortszentrum entlasten, sondern auch das "Ostfeld" anbinden. Am Mittwoch stellte Gerd Hubert mit "Brockmann Landtechnik" den ersten Betrieb vor, der sich dort ansiedeln möchte. Hubert: "Bis hier das erste Unternehmen Eröffnung feiert, muss die Umgehung fertig sein."