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Jorker Reederin Petra Heinrich ist die Stimme für Reeedereien an der Unterelbe

Ein Modell des Schiffes Page Akia (ex Helgaland) steht im Besprechungsraum der Reederei von Petra Heinrich (Foto: am)
Petra Heinrich ist, Reederin, Mutter, Schiffsmechanikerin und Vorsitzende des Reedereivereines Unterelbe

am. Jork-Königreich. Frauen sind in der Schifffahrt bis heute eine Ausnahme. Petra Heinrich ist eine dieser Ausnahmen. Sie ist Geschäftsführerin der Reederei H. H. Shipping. Gemeinsam mit ihrem Mann Kapitän Jens Robrahn kümmert sie sich um die Schiffe Lappland, Page Akia und Anna Sirkka. Obwohl sie aus einer alten Seefahrerfamilie stammt, musste sie sich zu Beginn ihres Berufslebens gegen viele Widerstände durchsetzen. Heute ist sie nicht nur Reederin, sondern auch Vorsitzende des Reedereivereins Unterelebe. Dieser vertritt die Interessen von 52 kleinen Reedereien aus der Region und ist der verlängerte Arm des VDR (Verband Deutscher Reeder).
Mit drei Schiffen gehört ihre Reederei in Jork zu den kleinen in Deutschland und auf der Welt. Aber Petra Heinrich ist davon überzeugt, dass das ein großer Vorteil ist. "Wir fahren unter deutscher Flagge, wir bilden aus und wir sind viel näher an unserer Crew dran", sagt die Reederin "Wir können das maritime Know-How erhalten". So oft sie es terminlich einrichten kann, besucht sie die drei Zubringer-Schiffe, die in der Nord- und Ostsee die Ladung zwischen den Häfen und den großen Frachtern hin- und her fahren.
Die erfolgreiche Unternehmerin war von Beginn an von der Seefahrt fasziniert. "Ich liebe die Vielseitigkeit, die Beständigkeit und die Weite des Meeres." Trotzdem begeistert sie sich auch für die technischen Seite des Berufes und ist am liebsten im Maschinenraum. "Mädchen haben in der Schifffahrt nichts zu suchen", habe man ihr früher gesagt. Dennoch fand sie bei einer Reederei schnell einen Ausbildungsplatz als Schifffahrtskauffrau. Als sie im Alter von 20 Jahren mehr Mut gefasst hatte, trat sie eine zweite Ausbildung als Schiffsmechanikerin an und fuhr anschließend zur See. "Da hest den Schiet", sagte dazu ihr Vater und führte die damals 25-Jährige in die Geschäfte des Familienunternehmens ein. Sie übernahm zudem die Inspektionen der Schiffe.
Als die Seefahrtsschule in Hamburg vor der Schließung stand, ergriff Sie ihre letzte Möglichkeit, ein Patent als Kapitän zu machen. Fünf Jahre lang studierte sie, führte dabei die Reederei und hatte zudem zwei kleine Kinder. Ohne Unterstützung der Familie sei das aber nicht gegangen, sagt sie.
Aus ihrer Rolle als Frau unter Männern macht sie nicht viel Aufsehen. Sie habe nie ein Problem darin gesehen. Wenn ihr für einige Arbeiten die Kraft fehlte, dann habe sie halt andere Lösungen gefunden. "Ich wollte nie den Männern gleich sein, aber das heißt nicht, dass ich nicht den Beruf der Reederin ausüben kann."