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Keiner will die Brandruine "Altländer Hof" kaufen

Der neue Investor müsste zunächst die Brandruine beseitigen
bc. Jork. Niemand will das Grundstück mit dem abgefackelten "Altländer Hof" in Jork (das WOCHENBLATT berichtete) kaufen. Bei der Zwangsversteigerung am Mittwoch vor dem Buxtehuder Amtsgericht wurde kein einziges Gebot abgegeben. "Das ist sehr bedauerlich und eine Katastrophe für das Ortsbild", schimpft Bürgermeister Gerd Hubert (Bürgerverein). Das Mindestgebot lag bei 95.900 Euro. Der Verkehrswert für das Grundstück beträgt 137.000 Euro.

2011 sollte das Traditionsrestaurant (Baujahr 1758) schon einmal unter den Hammer kommen. Kurz vor dem Termin brannte das Lokal jedoch ab. Eigentümerin Sandra T. ist insolvent. Hauptgläubigerbank ist die Sparkasse Harburg-Buxtehude. Vorstandssprecher Andreas Sommer erklärt das Problem: "Die Bauauflagen der Gemeinde schrecken potenzielle Investoren ab."

Hintergrund: Politik und Verwaltung in Jork wollen das historische Fachwerkgebäude möglichst originalgetreu wiederaufbauen lassen. Die Absicht wurde mit Hilfe eines Bebauungsplans festgezurrt. Was dazu geführt hat, dass Christian M. Scholz, Insolvenzverwalter von Sandra T., große Schwierigkeiten hat, Käufer zu finden. Ein Gespräch zwischen Scholz und Bürgermeister Hubert im Januar brachte keine Annäherung. Was bleibt, ist eine hässliche Brandruine - direkt am viel befahrenen Obstmarschenweg.

Bei einem neuen Zwangsversteigerungstermin - laut Andreas Sommer frühestens in sechs Monaten - beträgt das Mindestgebot für den "Altländer Hof" nur noch die Hälfte des Verkehrswertes: 68.500 Euro. "Die Sparkasse strebt allerdings einen höheren Erlös im freihändigen Verkauf an", sagt Sommer. Es gebe immer mal wieder konkretes Interesse. Nur die Auflagen seien zu hoch.

Bürgermeister Hubert dazu: "Wenn uns ein Investor ein passendes Konzept präsentiert, lässt sich darüber reden." Bisher sei aber noch kein Interessent im Rathaus vorstellig gewesen.

- Ein Altländer Krimi: Der Jorker Andreas S. wurde im März 2011 Opfer eines nächtlichen Überfalls, den seine Ex-Freundin Sandra T., insolvente Eigentümerin des "Altländer Hofes" und des benachbarten Restaurants "Herbstprinz", und ihr heimlicher Geliebter Marc W. verübt haben sollen. T. wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, W. musste ins Gefängnis. Kurz nachdem Sandra T. 2011 aus der U-Haft entlassen wurde, brannte der "Altländer Hof" ab. Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Anschlag fackelte auch der "Herbstprinz" ab. Bloß Zufall? Andreas S. war früher Wirt des "Herbstprinz" und lebt noch heute in einem Haus nebenan. Den Brandstifter konnte die Polizei bis heute nicht ermitteln.