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Kirchgängern soll ein Licht aufgehen

Christian Kowalschuk (Firma "Faro") zeigt den Laserscanner
bc. Jork-Borstel. Falls in letzter Zeit mal schiefe Töne in der St. Nicolai-Kirche in Jork-Borstel zu vernehmen waren, lag es sicher nicht an den Sangeskünsten der Kirchgänger. Stattdessen beklagen sich die Gemeindeglieder seit Langem, dass sie ihre Gesangsbüchern nicht mehr richtig lesen können. Schuld sei das schummrige Licht.

Damit den Besuchern künftig ein Licht aufgeht, setzt die Kirchengemeinde auf ein neues Beleuchtungskonzept. Dabei kommt auch Hightech in dem kulturhistorischen Kleinod zum Einsatz. „Der Wunsch ist, dass man in den Sitzbänken besser lesen kann, dass Altar, Decke und Orgel besser ausgeleuchtet werden, um die Schätze unserer Kirche ins rechte Licht zu rücken“, sagt Pastorin Anika Röhling.

Fachleute aus der Gemeinde helfen bei der Umsetzung. Prof. Werner Granzeier („Industrial Design Studio“) stellte den Kontakt zur Firma „Faro-Messtechnik“ her, die am vergangenen Mittwoch mit Hilfe eines Laserscanners den Sakralbau elektronisch vermaß. So ein Gerät wird auch an Polizei-Tatorten oder bei Verkehrsunfällen eingesetzt. Das Ergebnis der Messung wird in ein spezielles Computerprogramm eingespielt. Eine Punktwolke von Millionen architektonischen Daten erzeugt ein exaktes 3D-Bild der kompletten Kirche von außen und innen.

„In diesem virtuellen Kirchenraum erarbeiten wir drei Vorschläge für verschiedene Lichtkonzepte“, erklärt Prof. Granzeier. So können Interessierte schon vorab sehen, welche Auswirkungen die Installation unterschiedlicher Leuchten habe. Eine achtköpfige Projektgruppe der St. Nicolai-Kirche will die Ergebnisse den Gemeindemitgliedern vorstellen.

Wichtig sei dabei der Spagat zwischen moderner Beleuchtung und dem geforderten Denkmalschutz, so Pastorin Röhling. „Auch der energetische Aspekt spielt eine Rolle.“ Die Strom fressende Flutlichtanlage im Garten der Kirche soll ersetzt werden.
Das Ganze kostet vermutlich viel Geld. Auch weil sämtliche Kabel neu verlegt werden müssen. Wie hoch die Investitionssumme genau ist, steht noch nicht fest.

Zur Realisierung des Projekts ist St. Nicolai auf Spenden ihrer knapp 1.600 Gemeindeglieder angewiesen. Wichtig ist Röhling die Feststellung: „Der heimelige Charakter unserer schönen Kirche soll erhalten bleiben.“