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Ladekop - die vergessene Kreuzung?

Immer mehr Anwohner in Ladekop wollen sich die Laissez-faire-Haltung der Behörden nicht gefallen lassen (Foto: oh)
bc. Jork-Ladekop. Die Bürger im Alten Land erhöhen den Druck. Immer mehr Anwohner im Jorker Ortsteil Ladekop gehen auf die Barrikaden! Sie wollen nicht mehr warten, bis der Landkreis Stade die in ihren Augen extrem gefährliche Kreuzung an der Kreisstraße 26 entschärft (das WOCHENBLATT berichtete).

„Auto- und Lkw-Fahrer nehmen die Ampel nicht wahr. Sie fahren bei Rot rüber, dabei wird den Fußgängern bereits Grün angezeigt. Auch ich wurde schon beim Überqueren der Fahrbahn mit dem Fahrrad auf die Motorhaube genommen“, erzählt Anwohner Lars von Holten. Seit der Öffnung der Ortsumgehung Finkenwerder vor mehr als zwei Jahren und der einseitigen Freigabe der A26 im November 2014 habe sich der Verkehr in Ladekop stark erhöht. Besondere Gegenmaßnahmen seien jedoch bislang nicht getroffen worden, so von Holten.

Zur Erklärung: In Jork wird derzeit an einer Ortsumgehung gebaut, um die Autos und Lkw aus dem Ortskern herauszuhalten. In Dammhausen errichtete der Kreis einen provisorischen Kreisel, um den Blechlawinen Herr zu werden. Und was ist mit Ladekop?

Lars von Holten bemängelt die offenkundige Laissez-faire-Haltung der Behörden: „Wir haben nicht das Gefühl, dass sich jemand um unsere Belange kümmert.“ Ladekop - die vergessene Kreuzung?

Ein riesengroßes Problem an der Kreuzung ist die Einfahrt auf die K26 aus Richtung Oster- oder Westerladekop. Um in den Stoßzeiten eine Lücke im dichten Verkehr zu finden, ist Schnelligkeit geboten. Dabei übersehen einige Auto- und Lkw-Fahrer nicht selten die Fußgängerbedarfsampel. Eine große Gefahr vor allem für Kinder, die unbedarft bei Grün auf die Fahrbahn treten.

Was gedenkt der Kreis zu tun? Wie berichtet, will die Landkreisbehörde zunächst die Ergebnisse der Verkehrszählung (Monitoring) abwarten, bevor sie die bereits von einer Verkehrskommission empfohlene Ampelanlage für alle vier Richtungen in Ladekop finanzieren wird. 60.000 Euro kostet die Anlage nach Angaben des Landkreises.

Wie berichtet, verschiebt sich das Monitoring jedoch, weil die Jorker Umgehung erst später in 2015 fertig wird. Mit gesicherten Erkenntnissen über die Verkehrsflüsse nach Freigabe der Umfahrung ist wohl erst im Frühjahr 2016 zu rechnen. Dann könnte auch die A26 in die andere Richtung geöffnet werden. So lange müssen die Anwohner in Ladekop vermutlich noch auf mehr Sicherheit für ihre Kinder warten.

Als Sofortmaßnahme will der Kreis die Haltelinie auf der K26 erneuern, sofern es die Wetterverhältnisse hergeben. „Wahrscheinlich Ende März oder Anfang April, wenn es nicht mehr friert“, sagt Kreissprecher Christian Schmidt.

Lars von Holten sieht schwarz, dass die Ampel jemals gebaut wird: „Das Ergebnis des ersten Monitorings kennen wir nun ja auch schon. Es wird alles als ein normaler Zustand dargestellt, um die teure Ampelanlage von 60.000 € nicht zu installieren. Ich hoffe, die nächsten Dienstfahrzeuge einiger Politiker werden die 60.000 € auch nicht übersteigen.“