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"Mielstack": Inneneinrichtung des Laternenhauses rekonstruiert

Helge Staack (76) aus Neu Wulmstorf hat in mühevoller Kleinarbeit das Laternenhaus rekonstruiert
bc. Jork-Lühe. Gibt es doch noch ein Happy End für alle Liebhaber des alten Leuchtturms "Mielstack"? Es sieht alles danach aus, als ob das stillgelegte Leuchtfeuer in Jork-Lühe für gelegentliche öffentliche Führungen zur Verfügung stehen könnte. Helge Staack (76), ehemals 1. Vorsitzender des "Freundeskreises Mielstack", hat als ausgewiesener Leuchtturm-Experte im Auftrag des neuen Eigentümers das Laternenhaus in den Originalzustand von vor gut 100 Jahren versetzt. Der Mann aus Neu Wulmstorf, der in seiner Jugend unweit des Leuchtturms an der Unterelbe lebte, sagt: "Der Besitzer hat zu erkennen gegeben, Besuchern den Turm nach Bedarf zu zeigen."

Wie berichtet, ersteigerte ein zunächst unbekannter Mann für 310.000 Euro vor eineinhalb Jahren den 16 Meter hohen Turm, der einst Schiffen den Weg durch die Elbe wies. Im angeschlossenen Wohntrakt hat sich der neue Besitzer bereits eine Zweitwohnung eingerichtet. Er heißt Jean-Pierre Heinrichs, stammt aus Norddeutschland, lebt aber mittlerweile in Bayern. Der Fan maritimer Bauwerke vertraut auf das Know-how von Helge Staack, der sich in seiner Freizeit seit mehr als 50 Jahren mit Leuchttürmen beschäftigt und fast alles über sie weiß.

In mühevoller Kleinarbeit hat Staack in den vergangenen eineinhalb Jahren die technischen Feinheiten des Laternenhauses an seiner heimischen Drehbank rekonstruiert - inklusive der sogenannten Otterblenden. Das sind senkrecht angeordnete, jalousieartige Lamellen, die damals für die Kennung eingesetzt wurden. "Teile davon standen 43 Jahre still", erzählt der Neu Wulmstorfer. Bis auf die Linse hat Staack das Laternenhaus im Inneren wiederhergestellt.

Leuchten darf "Mielstack" allerdings nicht mehr, seit das Feuer 2010 stillgelegt wurde. Die Aufgabe übernimmt jetzt das moderne Unterfeuer "Somflether Wisch", einige Meter weiter im Deichvorland. In seinem Baustil ist der "Mielstack"-Turm der letzte seiner Art an der Niederelbe.

Der "Freundeskreis Mielstack", der sich nun im Begriff der Auflösung befindet, hatte den 1905 erbauten Leuchtturm vor mehr als drei Jahren vor dem Abriss bewahrt. Damit der Turm nicht mit dem neuen Unterfeuer verwechselt wird, erhielt er einen grauen Anstrich. Ursprünglich wollte der Freundeskreis den "Mielstack" komplett für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Ideen reichten von einem Café bis hin zu einem Trauzimmer.