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Mit dem Dampfer zum Fischmarkt

Boy Friedrich vom Arbeitskreis Cranz kennt die Geschichte der Dampfschifffahrt auf der Este ganz genau. Sein Urgroßvater war Mitgründer der "Hamburg-Blankenese-Este-Linie"
bc. Cranz. Für Ausflügler, aber auch Einheimische, ist die Fährfahrt nach Hamburg ein tolles Erlebnis. Der Wasserweg aus dem Alten Land in die große Stadt fasziniert heute wie früher, als die Verbindung noch eine wichtige Lebensader für die Region darstellte.

Seit genau 50 Jahren verkehren die HADAG-Fähren zwischen Cranz und Blankenese, die Dampfschifffahrt auf der Este zwischen Buxtehude und Hamburg existiert bereits seit 160 Jahren. "Die Verbindung hat das Alte Land näher an Hamburg gerückt", sagt Boy Friedrich von der Initiative "Arbeitskreis Cranz".

Das HADAG-Jubiläum wird am Samstag, 20. April von 12 bis 17 Uhr im "Alten Fährhaus" in Cranz (Estedeich 94) gefeiert. Interessierte Besucher sind eingeladen, daran teilzunehmen. Unter anderem ist eine Fotoausstellung aufgebaut und die Altländer Bimmelbahn lädt zu Rundfahrten ein.

Seit 1853 fahren regelmäßig Dampfer auf der Este von Buxtehude zu den St. Pauli Landungsbrücken. Neben dem Fremdenverkehr, der schon damals einen wesentlichen Teil des Verkehrsaufkommens ausmacht, werden vor allem Güter transportiert. Die Großstadt versorgt sich auf dem Wasserweg mit Obst aus dem Alten Land.

Die gute Verbindung nach Hamburg hat Wirkung. Es entstehen Ausflugslokale mit großen Kaffeegärten und Sälen. Die Nachfrage der Großstadt weckt den Wagemut der Altländer. Sie gründen Ziegeleien, Reedereien und Genossenschaften, die das hochspekulative Geschäft der Schweinemast betreiben. So werden manchmal mit ein und demselben Dampfer in den Morgenstunden Schweine von Cranz zum Fischmarkt verschifft, um später am Tag Ausflügler ins Alte Land mitzunehmen.

Seit den 1930er Jahren setzt vermehrt der Pendlerverkehr ein. Spätestens seit 1950 hat der Lkw die Schifffahrt im Güterverkehr zwischen Hamburg und dem Alten Land abgelöst. Die Folgen der Sturmflut von 1962 mit dem Sperrwerkbau markieren einen weiteren Einschnitt der Elbquerung Cranz - Blankenese. Der Weg nach Hamburg führt für viele Altländer fortan über Finkenwerder und seit dem Bau des Elbtunnels 1975 mit dem Bus direkt nach Altona. Der neue Weg in die Stadt ist mehr und mehr von Stau geprägt.

Boy Friedrich findet die Entwicklung traurig: "Zum einen wird immer wieder über den Bau neuer Straßen diskutiert, andererseits wird der Verkehrsraum Elbe nur unzureichend genutzt." Zu einer Hafenstadt gehöre ein attraktiver öffentlicher Personennahverkehr auf dem Wasser.