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Obstbautage: So viele Besucher wie noch nie

Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär bei Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, kostet bei Baumhändler Claus Nodop eine neue Birnensorte
bc. Jork. Noch nie kamen so viele Aussteller (207) und noch nie strömten so viele Besucher zu den Norddeutschen Obstbautagen wie in diesem Jahr. Mehr als 3.000 Gäste zählten die Veranstalter am Mittwoch und Donnerstag in den Zelten auf dem Jorker Festplatz. "Das ist Rekord", sagte Dr. Karsten Klopp, Leiter des Obstbauzentrums Esteburg.

Es war nicht nur eine Messe für das Fachpublikum, auch Laien kamen auf ihre Kosten. Wie immer stand der Apfel im Mittelpunkt des Interesses. Eine bemerkenswerte Erfolgsstory lieferte Baumhändler Peter Palm aus Jork. Er entdeckte per Zufall vor rund zehn Jahren eine Mutation eines Elstarapfels auf seiner Plantage: roter und größer als die anderen Elstar. "Mein Sechser im Lotto", sagt Peter Palm. Heute ist der Baum die meistgepflanzte "Elstar Mutante" in Norddeutschland: Rund 350.000 Stück stehen im Alten Land. Palm taufte seine Entdeckung "Elstar P.C.P." Die Abkürzung steht für Peter und dessen Frau Christa Palm.

Großes Thema bei der Messe war zudem der Anbau von Süßkirschen. Weil Starkregenfälle während der Erntezeit im Sommer immer mehr zunehmen, setzen Obstbauern vermehrt auf ausgeklügelte Überdachungssysteme. Ekkehard Stolte aus Grünendeich hat ein solches System entwickelt, das die Kirschen vor Hagel, Regen und Frost schützen soll. Die Folie lässt sich je nach Bedarf öffnen und schließen.
Zwischen 50.000 und 100.000 Euro kosten solche "Süßkirschenzelte" pro Hektar. Klopp: "Nach zirka acht Jahren zahlt sich die Investition aus." Die Rentabilität sei größer als bei jeder Apfelproduktion.

Derzeit läuft am Obstbauzentrum in Zusammenarbeit mit der Erzeugerorganisation "M.A.L." ein Forschungsprojekt, wie sich die Qualität der Kirschen durch neue Lagertechniken noch weiter verbessern lässt. Dabei werden die Kirschen direkt nach der Ernte in Eiswasser bis auf drei Grad heruntergekühlt. So soll die Qualität der Früchte länger stabil bleiben.

Auf der großen Außenfläche präsentierten zahlreiche Aussteller moderne Maschinen für den Obstbau. Pflanzenschutz ist im gewässerreichen Alten Land immer ein besonders sensibles Thema. Moderne Maschinen bieten Obstbauern mittlerweile die Möglichkeit, Pflanzenschutzmittel auch bei starken Winden effizient einzusetzen. So soll nur noch ein geringer Anteil des Sprühnebels die Baumkrone auf der anderen Seite verlassen bzw. über die Gipfel der Baumkrone in die Atmosphäre gelangen.