Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Osterladekop: Obstbauern machen Druck

Obstbauer Jörg Marquardt hat Probleme, den zerstörten Wirtschaftsweg "Halbfehrden" mit seinem Schlepper zu befahren
bc. Osterladekop. Schlaglochalarm auf dem Osterladekoper Wirtschaftsweg "Halbfehrden": Der Weg, auf dem zwölf Obstbauern ihre Plantagen erreichen, befindet sich in einem desolaten Zustand. Dreckwasser steht in bis zu zehn Zentimeter tiefen Kratern, der asphaltierte Weg ist eine schiefe, an den Rändern ausgefranste Buckelpiste – null Chance für die Schlepper auszuweichen.

Obstbauer Jörg Marquardt, Ortsvertrauensmann des Landvolks Stade, machte seinem Ärger im Bauausschuss der Gemeinde Jork Luft: "Uns wurde versprochen, dass die Gemeinde den Weg nach Fertigstellung der Dorferneuerung umgehend wieder herrichtet. Bislang ist nichts passiert."
Nach Marquardts Angaben sei "Halbfehrden" im Zuge der Dorferneuerung vor mehr als drei Jahren "kaputt gefahren" worden. Zig Tonnen schwere Laster hätten auf dem Weg Pflastersteine und Mineralgemisch zur Baustelle gebracht und dabei die schmale Piste zerstört.

Aus mehreren Gründen sind die Landwirte sauer. Zum einen entsteht ihnen wirtschaftlicher Schaden an den Maschinen, andererseits weisen die Früchte im unteren Teil der Großkisten nach dem Abtransport der Ernte Druckstellen auf, weil sie durch die holprige Fahrt durchgeschüttelt werden. Zudem könnte möglicherweise belastetes Spritzwasser aus den Pfützen die Früchte verschmutzen. "Dann hätte ich ein Problem bei der Fruchtprobenkontrolle", so Marquardt, der noch ein Ärgernis anspricht: " 'Halbfehrden' ist ein europaweit kartierter Fahrradweg und wird im Sommer häufig von Schulkindern genutzt." Man müsse froh sein, dass sich dort nicht öfter schwere Stürze ereignen.

Etwa 300.000 Euro würde es kosten, "Halbfehrden" zu sanieren. Die Flurbereinigungsbehörde "LGLN" hat der Gemeinde für das Jahr 2014 eine 75-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Das heißt: Jork müsste 25 Prozent (ca. 75.000 Euro) dazuschießen und der wichtige Wirtschaftsweg wäre wieder intakt.

Jörg Marquardt weiß, dass auch 75.000 Euro angesichts leerer Kassen derzeit viel Geld für die Jorker Verwaltung ist. Er schlägt vor, dass die Gemeinde die neuen Wirtschaftswege und Brücken, die im Zuge des A26-Baus entstanden sind, schon jetzt vom Land übernehmen könnte, um dafür die Unterhaltungsablöse zu kassieren. "Mit diesen Einnahmen könnte die Maßnahme finanziert werden", so Marquardt.

Dem erteilt Jorks Bauamtsleiter Thomas Bültemeier eine Absage: "Es gibt eine klare Beschlusslage der Politik, dass die Gemeinde die Wege und Brücken erst übernimmt, wenn die A26-Anschlussstelle Buxtehude, bzw. Jork fertig ist." Im Bauausschuss bekräftigte die Politik ihren Plan.

Trotzdem macht Bültemeier den Obstbauern Hoffnung: "Ich hoffe, dass der Rat die 25 Prozent Eigenmittel zur Verfügung stellt. Mehr Förderung werden wir nicht bekommen." Die "LGLN" brauche eine verbindliche Zusage, dass die Gemeinde das Geld bereitstelle, damit die Sanierung 2015 begonnen werden kann, so Bültemeier.

Aber warum hat die Gemeinde den Weg nicht längst wieder hergerichtet? "Weil uns 'Halbfehrden' nur zur Hälfte gehört. Bei dem anderen Teil ist der Eigentümer nicht ermittelt", sagt Bültemeier. Die Gemeinde werde keinen Weg herrichten, der in eine Sackgasse führe. Durch die Zusage der "LGLN" könne nun die komplette Straße saniert werden.

FDP-Ratsherr Peter Rolker, selber Obstbauer, appelliert ebenfalls: "Der Rat sollte die Haushaltsmittel zur Verfügung stellen, um die Förderung zu erhalten."