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Per Fahrrad die Welt entdecken

Auf zwei Rädern durch das Baltikum: Theo Hansen unterwegs auf dem Radweg von Paranga (Russland) nach Liepaja (Lettland) (Foto: privat)

Theo Hansen fährt im Urlaub tausend Kilometer pro Woche mit dem Rad

ab. Jork.
Das Fahrrad für kurze Wege, zum Einkaufen oder für einen schönen Ausflug zu benutzen, können sich die meisten Menschen gut vorstellen. Aber damit tausend Kilometer zu fahren? Mit 20 Kilo Gepäck? Für Theo Hansen (74) ist das eine lieb gewonnene Art, Urlaub zu machen. Einmal im Jahr fährt der Jorker mit einer vierköpfigen Truppe los. Kürzlich hat er in Jork-Borstel einen Vortrag über eine seiner Touren ins Baltikum gehalten.

Die Idee, mit dem Fahrrad auf Tour zu gehen, kam dem Jorker gemeinsam mit einem Sangesbruder. „Hinrich Mewes und ich singen beim Altländer Shanty-Chor. 2003 haben wir beschlossen, mit dem Rad nach Paris zu fahren.“ Gesagt, getan. Die beiden Männer stürzten sich in das Abenteuer, nichtsahnend, dass auf sie ein extrem heißer Sommer wartete. Hansen erinnert sich: „Die Hitze war so groß, dass sogar in den Schwimmbädern das Wasser warm war. Uns half nur noch eine mit kaltem Wasser gefüllte Badewanne.“
Doch Abenteuer sind ganz nach Theo Hansens Geschmack. Per Rad hat er bereits die Benelux-Länder bereist, Irland und Finnland, Österreich, die Slowakei und Tschechien sowie das heute zu Russland gehörende nördliche Ostpreußen.

„Wir legen auf unseren Touren keinen Wert auf Komfort. Wichtig sind uns Unabhängigkeit, Freiheit und Platz.“ Unterwegs werde spontan eine Unterkunft organisiert, das ging auch schon mal daneben. Hansen: „Bei Talinn wollten wir in einem kleinen Dorf übernachten, wir waren sicher, dass es dort eine Herberge geben würde.“ Ein Irrtum: Wie sich herausstellte, gab es dort eine große Dorfhochzeit. Alles war ausgebucht. „Wir haben dann beschlossen, die Nacht durchzufahren. Schließlich lagen die Temperaturen bei Null Grad.“ Doch das Glück war den Radlern hold: Zufällig fanden sie unterwegs eine Waldhütte, die sie für die Nacht mieten konnten. „Das war herrlich“, schwärmt Hansen.

Auch von der sogenannten Käsestraße in Schleswig-Holstein ist der Molkereimeister und Betriebswirt begeistert. „Die war auch schon einige Male unser Ziel, denn dort kann man verschiedene Molkereibetriebe besuchen und wird bestens bewirtet.“

Mit 100 Euro Kosten pro Tag inkl. Unterkunft, Verpflegung; Eintrittsgeldern, Fähren etc. müsse man auf einer Radtour rechnen, so Hansen. Das bedeute auch, dass wochenlange Radreisen nicht unbedingt zu seinen Plänen passen. „Wir versuchen uns immer auf acht Tage zu beschränken.“ Einen Traum hat der Jorker dennoch: einmal eine Weltradreise zu machen. Das, so vermutet er, werde aber wahrscheinlich ein Traum bleiben.