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Radwanderer lieben das Jorker Museum

Das schmucke Altländer Fachhallenhaus hat sich in Jork als Museum etabliert
bc. Jork. Sehr zufrieden zeigt sich Dieter-Theodor Bohlmann mit der Entwicklung der Besucherzahlen im Jorker Museum Altes Land. Exakt 23.979 Gäste zählt der ehrenamtliche Museumsleiter in seiner Bilanz fürs vergangene Jahr. Zwar konnten die Jorker Kulturschaffenden den Rekordwert von 24.776 Besuchern aus 2011 nicht ganz wiederholen, doch liegen sie immer noch über dem Jahresdurchschnitt (22.587). "Das Museum hat sich als Haus für Geschichte und Kultur fest etabliert im Alten Land", sagt Bohlmann. Seit 1990 kamen 508.212 Besucher ins Museum. "Eine irre Zahl", jubelt Bohlmann. Zum Vergleich: 2007 waren es nur 18.500 Gäste.

Auffallend: Immer mehr Radwanderer statten dem Museum in Westerjork einen Besuch ab. Machten die Velo-Toursten früher nur einen Anteil von 20 Prozent aus, waren es 2012 schon 50 Prozent. "Radler lassen sich meistens mehr Zeit als Busreisende, um sich im Museum umzuschauen", hat Bohlmann beobachtet.
Das Publikum wird zudem immer internationaler, wie im Gästebuch nachzuschlagen ist. Asiatische Schriftzeichen zieren diverse Seiten. Zu einem Hamburg-Besuch gehört für viele Chinesen und Japaner ein Abstecher ins Alte Land. Highlight in 2012: Ein japanisches TV-Team drehte eine Reportage über den Altländer Brauch der Brauttüren.

Außerordentlich gut besucht war die Sonderausstellung zum 50. Jahrestag der großen Sturmflut. Die Quintessenz der Ausstellung, dass die Deiche langfristig erhöht werden müssen, stieß bei vielen Altländern auf reges Interesse. Einige Exponate stehen immer noch im Museum. So z.B. der Pegel, der den bislang höchsten Hochwasserstand von 6,20 Meter im Januar 1976 anzeigt.

Besonders stolz ist Dieter-Theodor Bohlmann auf die Delfter Deckelvasen, die 2012 das Ensemble mit dem "Hamburger Schapp" komplettiert haben. Die Vasen fand er bei einer Hamburger Antiquitätenhändlerin im Internet. Eine weitere Neuigkeit im Museum ist der umgestaltete gelbe Salon, der mit uralten Altländer Möbeln ausgestattet wurde.

Bohlmann wünscht sich, dass noch mehr Schulklassen den Weg ins Museum finden: "Museen sind auch Bildungseinrichtungen. Ich würde mir manchmal mehr Interesse seitens der Schulen wünschen." Auch von der Altländer Bewerbung zum Unesco-Weltkulturerbe verspricht sich Bohlmann einen Anstieg der Besucherzahlen.

Die Gäste im vergangenen Jahr ließen 9.836 Euro an Spenden im eintrittsfreien Museum. Bohlmann: "Die Spenden reduzieren die Belastungen für die Gemeinde." Die Gemeinde Jork und der Landkreis Stade tragen die Betriebskosten mit einem Zuschuss von je 25.000 Euro.

Highlights in diesem Jahr sind neben den sieben Konzerten "Klassik auf dem Lande" vier mehrwöchige Ausstellungen: "Stadt und Land in Kinderhand von 1850 bis 1950" (Dr. Bodo Kaiser) vom 10. Mai bis 30. Juni, Ausstellung "Altländer Trachten" (Hinrich Behr) vom 5. Juli bis 25. August, Ausstellung "Orgeln an der Nordsee" vom 1. bis 19. September, Ausstellung von Hans-Gerhard Meyer