Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Ran an die Kirsche

Martina Matthies vom Jorker Obsthof Matthies freut sich über die dicken und saftigen Knupper-Kirschen
bc. Altes Land. Die Obstbauern im Alten Land haben mit der Kirschenernte begonnen. "Sweet Early" heißt die erste frühe Sorte, die der Obsthof Matthies in Jork-Borstel seit einer Woche erntet. Richtig große, knackig-saftige und fast schon schwarze Altländer Knupper-Kirschen - das Kilo wird für 6,50 Euro im Hofladen angeboten. "Die Früchte sind zum jetzigen Zeitpunkt nur so groß und saftig, weil wir sie unter Foliendach anbauen", sagt Martina Matthies. Eigentlich hängt die Kirschenernte gut eine Woche im Zeitplan hinterher.

Auf sechs Hektar baut der Obsthof Matthies Kirschen an. Ein Hektar ist überdacht. Auf diese Art sind die Früchte vor Regen und Hagel geschützt. Weil Süßkirschen gegenüber Wetterextremen besonders empfindlich sind, werden "Kirschzelte" immer wichtiger. Der große Vorteil: Obstbauern können eine höhere Qualität produzieren und größere Früchte werden besser bezahlt. Ungeschützt bieten Kirschen nach tagelangem Dauerregen zur Erntezeit ein jämmerliches Bild: Viele Früchte platzen auf, das Fruchtfleisch verfärbt sich, Fäulnis tritt ein.

An der Niederelbe sind es nach Angaben von Dr. Matthias Görgens vom Obstbauzentrum Esteburg derzeit ca. 100 Hektar Kirschbäume, die überdacht sind. Solche Stellagen mit UV-Licht durchlässiger Folie sind teuer. Für einen Hektar Überdachung sind Investitionen zwischen 50.000 und 100.000 Euro notwendig. Nach zirka acht Jahren rechnet sich der Anbau unter Foliendach.

Das Obstbauzentrum Esteburg hat darüber hinaus angefangen, erste Süßkirschen im Freiland (ohne Dach) zu ernten. Als erstes wurde am Mittwoch die früh reifende Naprumi-Kirsche gepflückt, als nächstes folgen Merchant und Bellise. Im vergangenen Jahr ernteten die Forscher des Obstbauzentrums die Sorte Naprumi schon fünf Tage früher am 21. Juni. Görgens: "Gegenwärtig erwarten wir eine durchschnittlich gute Süßkirschenernte." Regen und Hagel könne die Prognose natürlich noch beeinflussen.

Obstbauer Henning von Husen aus Osterjork besitzt keine Dachkirschen. Er rechnet damit, dass er mit der Ernte seiner Süßkirschen so richtig erst am kommenden Wochenende loslegen kann. Kälte zur Blüte, ein schlechter Bienenflug und viel Nässe haben den Früchten zugesetzt. "Ich rechne mit einer unterdurchschnittlichen Ernte", sagt der Obstbauer.

Nach dem Apfel ist die Süßkirsche die zweitwichtigste Obstkultur der Region. Mittlerweile stehen an der Niederelbe auf etwa 500 Hektar Kirschbäume.

• Die 4. Altländer Kirschenwoche steigt vom 5. bis 14. Juli. Währenddessen gibt es viele Führungen, Orgelkonzerte, Hoffeste, besondere Leckereien und zum Abschluss den Kirschmarkt in Jork.