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Schikane am Estedeich? Kritik an geplanter Nussbaum-Fällung

Helmut Suhr hofft, dass der mehr als 100 Jahre alte Nussbaum am Estedeich stehen bleiben kann
lt. Altes Land. Die Konflikte zwischen Anwohnern und dem Deichverband der II. Meile Alten Landes reißen nicht ab. Wie berichtet, sollen erneut 36 Bäume an Lühe und Este gefällt werden. Und obwohl die Maßnahme diesmal mit Vorab-Markierungen an den Bäumen transparenter abläuft als die von vielen als willkürlich empfundene Aktion vor einigen Monaten, bleiben - zumindest in einem Fall - Zweifel an der Entscheidung der Deichbehörde.
Obstbauer Helmut Suhr aus Jork-Moorende sieht keine Notwendigkeit, einen mehr als 100 Jahre alten Nussbaum am Estedeich dem Erdboden gleich zu machen. Der grüne Riese wurde 1906 von Suhrs Großvater gepflanzt, viele üppige Walnussernten brachte er den Anwohnern über die Jahre.
"Dass der Baum jetzt weg soll, ist Schikane", sagt Suhr. Der Baum sei nicht krank und drohe auch nicht umzustürzen und ein Loch in den Deich zu reißen, wie es die Behörde befürchte. Die Argumente seien fadenscheinig.
Eine aufwändige Fäll-Aktion inklusive der Entfernung der Wurzeln sei viel schlechter für den Deich als wenn der Baum einfach stehen bliebe, ist Suhr überzeugt. Er hofft, dass der grüne Walnuss-Riese noch eine Chance bekommt.
Vermutlich sind die Tage des Baumes aber gezählt. Von ihm gehe eine Gefährdung des Deiches aus, weil der Baum langsam kippe und irgendwann umstürzen und ein Loch in die Deichkrone reißen werde, teilt Landkreis-Pressesprecher Christian Schmidt auf WOCHENBLATT-Nachfrage mit.
Mit Protest an der Fällung ist aber womöglich auch von der Initiative "Deichbürger 13" zu rechnen. Bei einem Treffen am heutigen Mittwoch wollen die Aktiven ihr weiteres Vorgehen besprechen, so "Deichbürger" Volker Weinhard. Der Kampf für die Bäume an den Deichen im Alten Land dürfe nicht einfach im Sande verlaufen.