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Sportverein baut seinen Sportplatz in Eigenregie

ASC-Vorstandsmitglied Alfred Behnke ist optimistisch, dass im Juli 2014 der neue Kunstrasenplatz eröffnet werden kann - dort wo derzeit ein riesiges Sandloch klafft
bc. Jork-Königreich. Hätte sich der ASC Cranz-Estebrügge ausschließlich auf die Gemeinde Jork verlassen, müsste der Altländer Sportverein vermutlich noch einige Jahre warten, bis er seinen dringend benötigten Kunstrasenplatz einweihen kann. Nur gut, dass der ASC viele engagierte und ideenreiche Mitglieder in seinen Reihen weiß, die anpacken können. Sie wollen das Mammutprojekt in Eigenregie stemmen - ähnlich wie einst beim Bau des Rasenplatzes.

Alfred Behnke ist neben seinen Vorstandskollegen Thomas Ziegert und Hans-Otto Ehlers einer dieser ehrenamtlichen Helfer im ASC, der weiß, wie es funktioniert: "Das Prinzip ist das gleiche wie 2009 beim Bau des Rasenplatzes", so der Banker. Die Finanzierung basiere auf fünf Säulen: gemeindliche Zuschüsse, Spenden, Eigenkapital, Förderung des Kreissportbundes und dem Ausnutzen einer EU-Richtlinie, die es dem Verein ermöglicht, die Mehrwertsteuer der reinen Baukosten zu sparen. Im Gegenzug muss sich der ASC verpflichten, seine Einnahmen auf zehn Jahre zu versteuern. Ein Modell, das sich rechnet. Der ASC will den Platz langfristig pachten.

Ziel ist es, im Juli 2014 den neuen Kunstrasenplatz neben der Grundschule in Jork-Königreich zu eröffnen. Dort, wo derzeit das riesige Sandloch klafft, nachdem der schadstoffbelastete Platz entsorgt werden musste. Heute Abend im Jorker Gemeinderat (19 Uhr, Cafeteria des Schulzentrums) wollen die Politiker die Sache festzurren und 260.000 Euro mit einer sogenannten Verpflichtungsermächtigung in den Nachtragshaushaltsplan einstellen. Das heißt: Die Gemeinde muss das Geld im nächsten Jahr zur Verfügung stellen – egal, wie sich die Kassenlage darstellt. Der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss hat den Zuschuss für den ASC nach WOCHENBLATT-Informationen schon abgenickt.

Wie berichtet, hat der Königreicher Sandkrater eine längere Geschichte: 2012 entschied der Jorker Rat, angesichts der klammen Finanzlage das Geld für einen neuen Kunstrasenplatz zu streichen. Anfang 2013 dann der Schock: Untersuchungen ergaben, dass der Schul-Sportplatz und Haupt-Trainingsplatz des ASC so stark mit Blei, Arsen und Quecksilber verseucht war, dass er entsorgt werden musste. 150.000 Euro kostete der Gemeinde die Maßnahme. Dass der kontaminierte Boden bereits ausgekoffert ist, spielt dem ASC jetzt in die Karten. Die Grundlage für den Bau eines neuen Platzes ist gelegt.

Wie dringend der ASC eine neue Sportstätte braucht, macht ein Blick auf den Rasenplatz deutlich. Der war nach Saisonende Ende Mai derart ramponiert, dass der Platz für zwei Monate gesperrt wurde. Doch irgendwo mussten die 250 kleinen und großen Kicker des ASC trainieren. Der TuS Jork stellte seinen Grandplatz neben dem Festplatz zur Verfügung - eine Dauerlösung ist das aber nicht.

"Wir rechnen mit drei Monaten Bauzeit", sagt Alfred Behnke. Nach dem Winter soll es losgehen. Behnke: "Es ist schön zu sehen, wie Vereinsmitglieder, Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen." Auch Jorks Kämmerer Matthias Riel gerät ins Schwärmen: "Ein ganz tolles Projekt, von dem natürlich auch die Kinder der Grundschule profitieren."

Wie teuer das Projekt genau wird, kann Alfred Behnke noch nicht sagen. 550.000 Euro hat 2009 der Rasenplatz gekostet. So teuer wird der Kunstrasenplatz wohl nicht werden. Derzeit holt der Verein Angebote von Herstellern ein. Klar ist: Es soll der gleiche Belag wie auf dem Sportplatz in Buxtehude-Immenbeck sein. Dafür hätten sich die ASC-Sportler einhellig ausgesprochen.