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Steinsammler aus Jork plant Ausstellung mit Urzeit-Spielzeug

Den Pferdekopf fand Hans-Dieter Ritter vor rund zwölf Jahren im Tal der Aue bei Steinbeck (Foto: am)
am. Jork-Borstel. Fast jeden Tag bringt Hans-Dieter Ritter einen Stein nach Hause. Der Privatforscher, Galerist und Künstler aus Jork durchstreift Orte in der Region, an denen Archäologen bereits Funde geborgen haben. Jetzt möchte er einen Teil seiner Sammlung in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Seit mehr als 50 Jahren sammelt Hans-Dieter Ritter Steine. "Ich war schon immer fasziniert davon", sagt der Sammler. Angefangen hat es bei der Arbeit auf seinem früheren Obsthof. "Während der Ernte entdeckte ich in der Mittagspause immer interessante Steine. Die musste ich dann einfach mitnehmen." Anfangs sei er viel belächelt worden, aber später fand er vor allem mit seinen Faustkeilen Anerkennung. Einige seiner Funde sind heute im Schwedenspeicher Museum Stade und im Harsefelder Museum ausgestellt, einige Funde sind in Büchern veröffentlicht.
Auch hinter seinem Haus liegt ein großer Haufen Steine. Das sind diejenigen, die er nach seinen Streifzügen wieder aussortiert hat. Die, die seiner Begutachtung standgehalten haben, liegen in einem Nebengebäude in kleinen Regalen und Schubladen sortiert. Es müssten an die 5.000 sein, so Ritter. Darunter befinden sich auch Steine, die eine Tierform aufweisen: ein Mammut, ein Bison ein Pferdekopf und viele weitere. Durch diese Funde fühlt sich Hans-Dieter Ritter in seiner Annahme bestätigt, dass auch schon Urmenschen in der Jung- und Altsteinzeit Kunstgegenstände und Spielzeug für ihre Kinder herstellten.
Woran sieht man, dass es keine Zufallsergebnisse der Natur sind? "Das zu erkennen, ist in der Tat das Schwierige", sagt Hans-Dieter Ritter. Oft sind es eindeutige Kratzspuren oder typische Formen, die bereits öfter gefunden wurden, die den Privatforscher überzeugen. "Für einen Archäologen reicht meine Meinung natürlich nicht als Beleg", sagt er. Für einen archäologischen Beweis müssten die Steine eingeschickt und eingehend untersucht werden. Mit vielen seiner Steinen hat Ritter das erfolgreich gemacht. Bei seinen Tierfiguren habe er diesen Anspruch nicht. Er selbst ist von seinen Funden überzeugt und als Künstler möchte er sich daran erfreuen und diese Freude mit anderen Teilen. Wenn dies per Zufall der Wissenschaft hilft, dann sei das auch gut, so der Privatforscher.