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"Wir können nur noch Löcher stopfen"

Die Hinterstraße soll seit Jahren saniert werden, doch passiert ist bislang nichts
bc. Jork. Das Alte Land - eine einzige Buckelpiste? Noch ist es nicht so weit, doch die Straßen in Jork werden nicht besser. Und Geld zum Sanieren ist keines da. Der Gemeinderat hat jetzt die Mittel für die Straßenunterhaltung in 2013 und 2014 rigoros gekürzt. Statt 200.000 Euro stehen jetzt nur noch 90.000 Euro für die allernötigsten Reparaturen zur Gefahrenabwehr bereit. Die frei gewordenen 110.000 Euro braucht die Gemeinde für dringende Pflicht-Investitionen in Asylbewerber-Unterkünfte und neue Krippengruppen.

Flickschusterei statt grundlegender Sanierung: Schon wieder müssen geplante Bauarbeiten an der Hinterstraße in Königreich und der Wellenstraße in Hove verschoben werden. Die Anwohner sind genervt: "Jedes Jahr heißt es, dass etwas gemacht wird und dann passiert wieder nichts", schimpft Martin Mallok, der an der Hinterstraße wohnt. Die Straße sei in einem katastrophalen Zustand. Auch die Sicherheit der Kinder, die dort zur benachbarten Grundschule gehen, sei nicht mehr gewährleistet.

Das weiß auch CDU-Fraktionschef Michael Eble. Die Gemeinde müsse jedoch sparen. Das Defizit im jüngst verabschiedeten Nachtragshaushalt betrage rund 870.000 Euro. "Es sind ja nicht nur Straßensanierungen, die verschoben werden müssen. Auch für den geplanten Neubau der Turnhalle für die Grundschule am Westerminnerweg ist kein Geld da", sagt Eble. Er hofft, dass zumindest die Vermarktung der Gewerbegebiets-Erweiterung "Ostfeld" jetzt vorangetrieben wird, um Einnahmen zu generieren.

Jorks Bauamtsleiter Thomas Bültemeier sind die Hände gebunden: "Wir können jetzt nur die nötigsten Löcher stopfen." Eine der schlimmsten Schlagloch-Pisten auf Gemeindegebiet sei die L140 (Obstmarschenweg), für die die Landesbehörde für Straßenbau in Stade zuständig sei. "Der nördliche Teil der Straße und der Radweg sind eine Katastrophe", so Bültemeier. Bis Ende nächsten Jahres soll ein Straßenbauprogramm mit einer Prioritätenliste erarbeitet werden.

Martin Mallok und seine Nachbarn werden wohl noch einige Jahre warten müssen, bis sich am Zustand der Hinterstraße etwas ändert: "Der Witz an der Sache ist ja, dass die Gemeinde kein Geld für die Straße hat, aber jedes Jahr tonnenweise bunte Blumen in die Kübel pflanzt. Ich meine, wer durch so eine kaputte Straße fährt, guckt sich keine Blumen in Betonkübeln an."