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"Wir wollen keine Ladenhüter"

Die Interessenten stehen laut Bürgermeister Gerd Hubert "Gewehr bei Fuß"
bc. Jork. Die Jorker Gewerbegebietserweiterung im "Ostfeld" ist fertig - schon seit gut zwei Monaten. Nach Aussage von Bürgermeister Gerd Hubert (Bürgerverein) stehen "die Interessenten Gewehr bei Fuß". Verkauft ist jedoch noch kein Grundstück des 70.000 Quadratmeter Areals. Die Verwaltung konnte der Politik bislang keinen Verkaufspreis zur Abstimmung vorlegen. Hubert verspricht: "Wir sind in den finalen Zügen." Spätestens in der Gemeinderatssitzung Ende März soll die Politik den Preis absegnen. "Im Bedarfsfall auch früher", so Hubert.

Warum dauert die Findung so lange, obwohl der Bebauungsplan schon lange steht? Die Crux bei der Preisgestaltung: Die Verwaltung kann mit der Grundstücksvermarktung erst beginnen, wenn alle Abschlussrechnungen da sind. Der Preis muss so bestimmt werden, dass auf keinen Fall Fördergelder der EU gefährdet werden. Denn: "Wir dürfen mit der Vermarktung keinen Gewinn machen", erklärt Hubert.

Hintergrund: Die Hälfte der Gesamtkosten für die Gewerbegebietserweiterung von ca. 2,2 Mio. Euro hat die niedersächsische Förderbank "NBank" dazugeschossen - Geld von der EU. Macht die Gemeinde trotzdem Gewinn, muss sie Zuschüsse zurückzahlen. Hubert: "Es wird auf einen Preis zwischen 25 und 30 Euro hinauslaufen."

An die Förderung sind Kriterien geknüpft. Die EU gibt die Richtlinien vor: Großflächiger Einzelhandel ist tabu, der überwiegende Teil der Firmen muss einen überregionalen Absatzmarkt (mehr als 50 Kilometer) vorweisen können.
Bei dem Antragsverfahren hilft die Wirtschaftsförderung (WF) Landkreis Stade GmbH.

Die Gesellschaft nimmt Unternehmen an die Hand, die ihren Ansiedlungswillen in Jork bekunden. "Das Interesse ist groß", sagt WF-Chef Michael Seggewiß. Auch weil die erwarteten Preise von 25 bis 30 Euro "sehr günstig" seien, so der Chef-Wirtschaftsförderer im Kreis. Sofern die A26 in einigen Jahren fertig ist, dürften die Preise in den Gewerbegebieten entlang der Trasse stark ansteigen, so Seggewiß.

Er drückt aufs Gaspedal. Noch in der ersten Jahreshälfte 2014 müsse das erste Fundament zu sehen sein. "Wir, das heißt Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung, wollen keine Ladenhüter in Jork", stellt Seggewiß klar. Je früher der Preis feststehe, desto besser.
Mit zwei Unternehmen befinde sich die WF in konkreten Gesprächen, so Seggewiß: eine Tischlerei und ein Landmaschinenhandel.