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Zeitreise zu den Wikingern

Jan Gerdes (li.) und Jörg Schultz von der Wikingergesellschaft Altes Land stoßen auf die neue Ringburg an
bc. Jork. Als eine Flotte des dänischen Wikinger-Königs Sven Gabelbart anno 994 die Elbe-Weser-Mündung überfiel, waren sie nicht willkommen. Heute freuen sich die Menschen über den Einfall der Nordmänner. Der Wikingermarkt am Yachthafen in Jork-Neuenschleuse zieht ab Donnerstag, 29. Mai, wieder Hunderte Wikinger und viele Tausend Besucher an. Erstmals findet das bunte Markt- und Lagertreiben an vier Tagen statt.

Die Wikingergesellschaft Altes Land hat die Zeitmaschine angeworfen. Die Besucher sollen in die Ära von zirka 700 bis 1000 n. Chr. zurückversetzt werden - inklusive kriegerischen Schaukämpfen, Fahrten auf dem Wikingerschiff, Armbrustschießen, Bogenschießen und Axtwerfen. Kinder bis zum „Schwertmaß“ (in der Regel bis zum 6. Lebensjahr) zahlen keinen Eintritt. „Wir haben sehr viele Mitmachaktionen“, sagt Organisator Jan Gerdes.

Er, Jörg Schultz und das ganze Orga-Team opfert seit Monaten seine Freizeit, um das Gelände am Yachthafen umzugestalten. Ein befestigter Weg musste her, damit die Besucher nicht knietief im Matsch versinken, falls es wieder tagelang Bindfäden regnen sollte. Im vergangenen Jahr wurde der Markt deswegen abgesagt.

Um die Besucher noch realistischer auf die Zeitreise mitzunehmen, schütteten die Wikinger in etlichen Stunden einen Ringwall auf, schlugen Baumstämme für eine 30 Meter breite Ringburg in den Boden. Sie errichteten ein neues Bootsgrab mit dicken Findlingen, bauten einen größeren Schiffsanleger und buddelten einen neuen Entwässerungsgraben aus. Für fünf Jahre hat die Wikingergesellschaft das Gelände von der Gemeinde gepachtet.

450 Wikinger, die aus der ganzen Welt - auch aus den USA - anreisen werden, übernachten während der vier Tage in rund 200 Zelten. Lagerfeuer brennen an mehreren Stellen, die Band „Percival“ spielt frühmittelalterliche Musik, Handwerker zeigen alte Arbeitstechniken, Händler bieten ihre Produkte feil, Sklaven werden auf einem Markt verschachert, Ziegen grasen in einem Gehege. Alles soll möglichst authentisch sein.

Aus diesem Grund bittet Jan Gerdes, dass die Besucher in ziviler Kleidung erscheinen, um kostümierte Robin Hoods, Samurais und Orks möglichst zu verhindern. „Wenn die Leute gewandet kommen möchten, dann nur mit Kleidung aus der Wikinger-Zeitperiode vom 7. bis 11. Jahrhundert“, so Gerdes. Andernfalls gehe die Authenzität des Marktes verloren.

Neu in diesem Jahr ist der Besuch der Tierpsychologin Brigitte Reitz, die mit ihren Alaskan-Malamute-Hunden zeigen möchte, wie Hunde zur Wikingerzeit im Arbeitsalltag eingesetzt wurden. Mit dabei ist auch Joachim Kreuzer. Der Bootsbauer aus der Nähe Kölns hat u.a. die Wikingerflotte für Bully Herbigs Wickie-Film entwickelt.

• Öffnungszeiten: Do./Fr. 12-19 Uhr, Sa. 10-23 Uhr, So. 10-18 Uhr; das ganze Marktprogramm unterwww.wikingermarkt-jork.com