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Achtung, Raser-Alarm!

Die Kreuzung gilt aus Polizeisicht nicht als Unfallschwerpunkt (Foto: oh)
bc. Jork-Ladekop. Es muss doch nicht immer erst etwas passieren, bis etwas passiert. Was philosophisch klingt, hat für einige besorgte Eltern in den Jorker Ortsteilen Oster- und Westerladekop einen ernsten Hintergrund. Sie fürchten um das Wohl ihrer Kinder, sofern diese die viel befahrene Kreisstraße 26 überqueren müssen.

Das Hauptproblem: An der Kreuzung Ladekop/K26 wird häufig viel zu schnell gefahren. Die Bedarfsampel beruhigt die Eltern nicht im Geringsten. „Viele Auto- und Lkw-Fahrer versuchen noch in der Gelbphase rüberzufahren, geben Gas, schaffen es aber nicht mehr“, beklagt Anja Tybussek, Mutter einer schulpflichtigen Tochter. Das bedeutet: Wird den Kindern an der Fußgängerampel grünes Licht angezeigt, fahren trotzdem noch Autos und Laster über den Fußgänger-Übergang.

Zum Hintergrund: Etliche Kinder müssen frühmorgens die K26 queren, um zur Schule in Westerladekop zu kommen. Seit der Öffnung der A26-Anschlussstelle Jork Ende November hat sich die Situation in den Augen der Eltern verschärft. „Wir wollen nicht warten, bis das erste Kind auf die Motorhaube genommen wird“, sagt Anja Tybussek. Sie und ihr Mann fordern in Briefen an Gemeinde-Bauamtsleiter Thomas Bültemeier die Installation eines fest installierten Blitzers sowie eine reguläre Ampelanlage in alle vier Richtungen.

Denn: Ein großes Handicap an der Kreuzung ist die Einfahrt auf die K26 aus Richtung Oster- oder Westerladekop. Um in den Stoßzeiten eine Lücke im dichten Verkehr zu finden, ist Schnelligkeit geboten. Dabei übersehen einige Verkehrsteilnehmer nicht selten die Fußgängerampel. Eine Riesen-Gefahr für die Kleinsten, die unbedarft bei Grün auf die Fahrbahn treten.

Da es sich bei der K26 und bei der Straße „Westerladekop“ um Kreisstraßen handelt, steht Bültemeier im engen Kontakt mit dem Landkreis Stade. Bereits vor mehr als einem Jahr hat sich eine Verkehrskommission bestehend aus Gemeinde, Kreis und Polizei die Situation vor Ort angeschaut. Im Oktober 2014 trafen sich die Experten erneut. Ergebnis: Sie empfahlen eine Ampelanlage für alle vier Richtungen. Bis jetzt ist jedoch nichts passiert. „Ärgerlich“, befindet Thomas Bültemeier.

Laut Kreissprecher Christian Schmidt will die Untere Straßenverkehrsbehörde zunächst die Ergebnisse des laufenden Verkehrsmonitorings (das WOCHENBLATT berichtete) abwarten, bevor sie in Ladekop eine teure Ampelanlage (ca. 60.000 Euro) finanziert. Noch ist kein Geld im Haushalt des Landkreises eingeplant. Aber: „Sofern es die Wetterverhältnisse hergeben, erneuern wir in Ladekop die Haltelinie“, sagt Christian Schmidt auf WOCHENBLATT-Anfrage.

Übrigens: Die Polizei hat in Ladekop keinen Unfallschwerpunkt festgestellt.

Womit wir wieder am Anfang wären: Muss denn erst etwas passieren, bis etwas passiert?