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Baumfällung aus "Schikane"?

Idylle pur am Lühedeich in Grünendeich. Diese Kirschbäume werden - anders als in Mittelnkirchen - vom Deichverband der I. Meile Alten Landes geduldet. Hier gibt es auch Neupflanzungen

Heftige Vorwürfe gegen technischen Berater Friedrich Tönjes / Landkreis führt Gespräch mit Oberdeichrichter

lt. Altes Land. Gibt es wirklich bald keine Bäume mehr an den Deichen von Lühe und Este? Das fragen sich immer mehr Anwohner nach den WOCHENBLATT-Berichten über die Baumfällungen in Mittelnkirchen und Estebrügge.
"Prinzipienreiterei" und "Schikane" werfen viele Bürger dem zuständigen Deichverband der II. Meile Alten Landes vor. Warum keine Ersatzpflanzungen in denen durch die Bäume am Deich geprägten Dörfern zulässig sind, können die meisten Bürger nicht nachvollziehen.
Scharf kritisiert wird vor allem Friedrich Tönjes, Ex-Baurat des Landkreises Stade und technischer Berater des Deichverbandes der II. Meile.
Eine Frau aus Mittelnkirchen (Name der Redaktion bekannt) wirft Tönjes vor, Anwohner am Lühedeich verbal heftig attackiert zu haben. Tönjes soll u.a. mit der "Umsiedlung der Anwohner" gedroht haben.
Stades Baurat Hans-Hermann Bode kann die Betroffenen in diesem Punkt beruhigen. So einen "Unsinn" könne Tönjes gar nicht anordnen.
Bode hat inzwischen auch ein Gespräch mit Uwe Hampe, Oberdeichrichter der II. Meile, geführt. Man sei nun "auf einem guten Weg", so Bode. Der Kreisbaurat wollte sich noch nicht näher dazu äußern, verriet aber, dass der Landkreis den Deichverband noch einmal darauf hingewiesen habe, dass die Entscheidungen des Verbandes immer sachlich getroffen werden müssten. In Kürze soll es noch eine ausführlichere Stellungnahme zu dem geführten Gespräch geben, so Bode. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Deichverband eine selbstverwaltete Körperschaft ist. Der Landkreis kontrolliere lediglich, ob der Verband im Rahmen der Gesetze arbeitet.
Uwe Hampe weist die Kritik an Friedrich Tönjes zurück. Die Vorwürfe seien haltlos und entbehrten jeder Grundlage. Persönliche Verunglimpfungen hätten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Deichverbandes nicht verdient, so Hampe.
In Bezug auf die Bäume am Deich verweist der Oberdeichrichter auf das Niedersächsische Deichgesetz. Demnach solle der Baumbestand infolge der Sturmflut 1976 nach und nach beseitigt werden.
Im Bereich von Obstbäumen seien auf den Binnenböschungen verstärkt Erosionsschäden aufgetreten, als die Deiche seinerzeit überströmt wurden. Es sei außerdem zu befürchten, dass die Bäume bei starken Stürmen geschüttelt würden und der Deichboden dadurch gelockert würde, so Hampe.
Der Oberdeichrichter empfiehlt den Anwohnern, sich die Ausstellungen zu Sturmflut- und Hochwasserereignissen anzuschauen und die Bilder im Bewusstsein zu behalten.

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