Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Bürgerverein Jork will WLAN-Teppich knüpfen

Noch bietet die Gemeinde nirgendwo im Dorf einen kostenfreien WLAN-Zugang an
bc. Jork. Deutschland ist vielerorts ein Niemandsland, was den kosten- und kabellosen Internetempfang im öffentlichen Raum angeht. Da sind andere Länder viel weiter. Nur langsam nimmt das Thema auch hierzulande Fahrt auf. Die Gemeinde Jork will ähnlich wie viele Nachbarkommunen auf den Zug aufspringen.

Am heutigen Mittwoch, 17. Februar, stellt der Bürgerverein Jork (BVJ) daher einen Antrag im öffentlichen Finanzausschuss (18.15 Uhr, Alte Wache) vor, der darauf abzielt, dass Einwohner und Touristen an mehreren Stellen im Gemeindegebiet freies WLAN nutzen können. „Wir wollen die Attraktivität Jorks steigern“, sagt BVJ-Fraktionschef Partho Banerjea.

Anders als es benachbarte Kommunen machen, indem sie kommerzielle Provider beauftragen, an diversen Orten teure „Hotspots“ einzurichten, plant der BVJ, möglichst viele Akteure an einen Tisch zu bekommen. „Wir streben eine Lösung an, die nicht nur von der Gemeinde wirtschaftlich getragen wird, sondern von einem breiten Mix aus touristischen Anbietern, Handel und Dienstleistungen.“ Konkret: Tourismusverein, Werbegemeinschaft, Hofläden und andere Geschäfte sollen sich an dem Projekt beteiligen, um einen flächendeckenden WLAN-Teppich zu knüpfen.

Der BVJ-Fahrplan sieht vor, in diesem Jahr an einem Umsetzungskonzept zu arbeiten, um dann für den Haushalt 2017 Mittel anmelden zu können.

Von der Freifunk-Variante (das WOCHENBLATT berichtete), die u.a. bereits in Stade und Buxtehude diskutiert wurde und in Hamburg teilweise umgesetzt ist, hält Banerjea aus vielen, vor allem aber aus datenschutzrechtlichen Gründen wenig.

Zur Erklärung: Jeder Privatbürger, der über einen Internetzugang eines beliebigen Anbieters verfügt, könnte mit einem Freifunk-Router an dem Projekt teilnehmen. Das Prinzip: Jeder Nutzer im Freifunk-Netz stellt seinen WLAN-Router für den Datentransfer anderer Teilnehmer zur Verfügung. Je mehr Freifunk-Router desto besser die Netzabdeckung. Durch eine Kooperation mit einem Freifunkverein sollen Kommune und Betreiber der Router von der Haftung befreit werden.

Welche Variante die Jorker letztlich bevorzugen, sie wird vor allem bei den Jüngeren populär sein. Eine Zielgruppe, die für die Kommunalwahl am 11. September erschlossen werden will. Schließlich verfügen bereits 16-Jährige über ein aktives Wahlrecht.