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Bürgerverein verliert bei Kommunalwahlen die Mehrheit in Jork

Michael Eble (CDU)
 
Fast stumm nehmen die Mitglieder des Bürgervereins die Wahlergebnisse zur Kenntnis (Foto: am)
am. Jork. In der Gemeinde Jork blieb es am Wahlabend spannend bis zum Schluss. Die CDU und der Bürgerverein lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zum Bedauern der Kandidaten gab es keine gemeinsame Wahlveranstaltung im Rathaus. Deswegen verfolgten die einzelnen Parteien die Ergebnisse in verschiedenen Lokalen. Zum Schluss siegte die CDU knapp und der Bürgerverein verlor seine Mehrheit. Die SPD, Grünen und FDP konnten Stimmen gewinnen.
Sowohl der Bürgerverein (BVJ), der im Rat bisher die Mehrheit stellte, als auch die CDU hatten sich vor der Wahl das Ziel gesetzt, stärkste Fraktion zu werden. Dies gelang der CDU mit 30,43 Prozent. Der Bürgerverein landete knapp dahinter mit 28,85 Prozent. Dementsprechend groß war der Jubel bei der CDU. "Wir sind sehr glücklich", sagt Fraktionsvorsitzender Michael Eble. "Wir haben unser Ziel erreicht, stärkste Fraktion zu werden." Dabei seien vier Mitglieder, die bei der vergangenen Wahl viele Stimmen eingeholt hatten, aus Altersgründen ausgeschieden. Stimmenfänger in diesem Jahr waren Silja Köpcke und Michael Eble mit 471 beziehungsweise 456 Stimmen. Auch der 18-jährige Lennart Köpke zog in den Rat ein.
Der Bürgerverein wird hingegen in den nächsten Tagen damit beschäftigt sein, zu analysieren, woran der Stimmverlust gelegen haben mag. Bei der Wahlveranstaltung wollte nach Bekanntgabe der Ergebnisse keine Feierstimmung aufkommen. Dennoch lobte Vereinsvorsitzender Klaus Hubert das Ergebnis. Man habe zwar das Ziel nicht erreicht, die Ergebnisse seien aber dennoch gut. Schließlich sei der Vorsprung denkbar knapp und mit der Stimme von Bürgermeister Gerd Hubert hat der BVJ genauso viele Sitze im Rat wie die CDU. Offen enttäuscht zeigte sich hingegen der Fraktionsvorsitzende, Partho Banerjea: "Damit habe ich nicht gerechnet." Der BVJ habe gehofft, seine Mehrheit ausbauen zu können. Mit 504 Kreuzen konnte der Sohn des amtierenden Bürgermeisters, Timm Hubert, die meisten Stimmen auf sich vereinen. Sein Onkel Klaus Hubert und Cord Lefers schnitten bei der Direktwahl ebenfalls mit 447 und 484 Stimmen gut ab.
Gewinner des Abends war die FDP. Die Liberalen erreichten 11,2 Prozent und sicherten sich damit drei Sitze im Rat. Von den sechs Kandidaten, die für die FDP angetreten waren, sind fünf parteilos. Peter Rolker erzielte mit 756 die meisten Direktstimmen überhaupt.
Drittstärkste Kraft wurde die SPD mit 17,7 Prozent und fünf Sitzen. Hier zeigte sich, wie erwartet, Ingrid Nilson als stärkste Frau. Die Grünen erreichten 10,11 Prozent und stellen somit drei Ratsmitglieder.
Die Sitzverteilung im Jorker Rat hat sich nun zugunsten der SPD und der kleinen Parteien verschoben. Der BVJ erhält jetzt acht Sitze, in der vergangenen Wahlperiode waren es noch elf. Die CDU hatte zwar keine Einbußen - sie behält ihre neun Sitze im Rat - dennoch wird es für die Christdemokraten jetzt schwieriger, eine klare Mehrheit zu bekommen. Die beiden großen Parteien sind de facto gleichstark. Die CDU wird jetzt aber aller Voraussicht nach den Ratsvorsitz für sich beanspruchen. Die SPD gewinnt einen Sitz und stellt jetzt fünf Ratsmitglieder. Drei Sitze erhält die FDP, die damit das beste Ergebnis seit 25 Jahren erzielt. In der vergangenen Wahlperiode war Rolker als FDP-Einzelkandidat im Rat vertreten. "Das ist ein großer Erfolg", sagt Peter Rolker. "Mit diesem Ergebnis kommen wir in die Ausschüsse und werden somit wieder gehört."
Die Partei Alfa Niedersachsen schaffte es in Jork nicht in den Rat.