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Der Schandfleck kann weg

Die Volksbank braucht die zusätzliche Fläche, um neue Parkplätze zu schaffen
bc. Jork. Der Jorker Gemeinderat hat beschlossen, den gemeindeeigenen Parkplatz östlich des abgebrannten "Altländer Hofes" an die Volksbank Stade-Cuxhaven zu verkaufen - offenbar für relativ kleines Geld: 65 Euro pro Quadratmeter. Zudem hat die Volksbank der Politik unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits einen Architekten-Entwurf ihres geplantes Mehrfamilienhauses vorgestellt. Jorks Bürgermeister Gerd Hubert dazu: "Das wäre für mich ein Bau, der dorthin passt."

Wie berichtet, hat die Volksbank das Grundstück mit der Ruine des "Altländer Hofes" nach mehreren geplatzten Zwangsversteigerungen im freien Verkauf erworben, um dort ein Wohnhaus zu bauen. Auf der nun zusätzlichen gekauften Fläche plant das Geldinstitut dazugehörige Stellflächen.

Das Wohnhaus mit klassischen Bauelementen wie einem Fachwerkgiebel werde sich harmonisch in die Altländer Architektur einfügen, betont Volksbank-Pressesprecher Jens Drexler gegenüber dem WOCHENBLATT. Zwölf bis 14 Wohneinheiten - "ungefähr" auf dem Grundriss des "Altländer Hofes" - seien geplant. "Wir werden die Immobilie im Eigenbestand halten und planen, die Wohnungen auf dem freien Markt zu vermieten", sagt Drexler. Ziel sei es, noch in diesem Jahr mit dem Bau zu beginnen - je nachdem, wie schnell der Landkreis die Genehmigung erteilt.

Kritik an den Planungen gibt es von Ratsmitglied Peter Rolker (FDP). Er hält Teile des Entwurfes für viel zu modern und klobig, Bäume müssten gefällt und Gräben verfüllt werden. Zudem sei ihm unverständlich, warum die Gemeinde den Parkplatz zu einem Dumpingpreis von 65 Euro veräußern wolle.

Zum Hintergrund: 2012 hatte der Verwaltungsausschuss beschlossen, das Grundstück mit einer Gesamtgröße von 846 Quadratmetern zu einem Preis von 120 Euro pro Quadratmeter als Bauland zu verkaufen. Das wären Einnahmen in Höhe von 100.000 Euro für die Gemeinde gewesen. Der Beschluss wurde aber nie rechtskräftig. Aktuell liegt der Baulandpreis sogar bei 140 Euro pro Quadratmeter.

Nun aber sollen nur 750 Quadratmeter der Fläche für 65 Euro pro Quadratmeter an die Volksbank verkauft werden. "Damit entsteht ein Bilanzverlust für die Gemeinde von mehr als 50.000 Euro", sagt Peter Rolker. Eine sehr großzügige Entscheidung, die für ihn nur zu verstehen sei, wenn ein sozialer Hintergrund wie z.B. die Unterbringung von Asylbewerbern dahinterstecke.

Dieses Gerücht kann Hubert jedoch nicht bestätigen: "Uns wurde das Objekt nicht angeboten." Zu den Verkaufspreisen hält sich Hubert mit dem Hinweis auf die nicht-öffentlichen Grundstücksgeschäfte bedeckt. Der Rathaus-Chef freut sich dagegen, dass endlich der hässliche Schandfleck am Entree der Gemeinde verschwinden werde.