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Estebrügge: Kritik am geplanten Kunstrasenplatz

bc. Estebrügge. Die Jorker Politik ist sich einig. Ein neuer Kunstrasenplatz soll den alten, mit Blei und Arsen belasteten Grandplatz an der Grundschule in Estebrügge ersetzen. Viele Bürger finden die Entscheidung gut, einige umweltbewusste weniger.

Kritik kommt von WOCHENBLATT-Leser und Obstbauer Thore Gronemeier aus Jork-Moorende. Er hält nichts von einem Kunstrasenplatz, den er als "Sondermüll" bezeichnet: "Was sollen unsere Kinder denken? Dass ein Rasen aus Erdöl und Chemikalien entsteht." In einem offenen Brief an die Jorker Ratspolitiker nennt er mehrere Argumente, die für den Bau eines Naturrasenplatzes sprechen sollen.

Das WOCHENBLATT druckt einen Auszug des offenen Briefes:

- Thema Umweltfreundlichkeit: Echter Rasen diene dem Klimahaushalt, da der Rasen
Sauerstoff und Wasserdampf erzeuge sowie Kohlendioxid binde. Die Energiebilanz eines Kunstrasenplatzes sei dagegen erbärmlich, so Gronemeier. Erdöl müsse aus den Tiefen der Erde mit viel Energieaufwand hoch gepumpt und in der Fabrik teuer weiterverarbeitet werden. Nach ein paar Jahren sei die "Plastikabdeckung" Sondermüll, schreibt Gronemeier.

Welche womöglich giftigen Chemikalien werden eigentlich zur Herstellung eines Kunstrasens verwendet?, fragt der Mann aus Jork. Vielleicht nicht Blei und Arsen, aber vermutlich andere toxische Chemikalien, die die Gesundheit der Kinder gefährden.

Dass ein Rasen gemäht und gepflegt werden müsse, sei doch kein Grund ein
Sondermüll-Produkt der chemischen Industrie zu erwerben. Gronemeier wendet sich an die Ratspolitiker: "Bedenken Sie noch mal ihre Entscheidung!"

Wie berichtet, muss noch der Jorker Verwaltungsausschuss seine Zustimmung zur Auftragsvergabe für den Bau des Kunstrasenplatzes geben. Ob er das tut, ist aufgrund der angespannten Haushaltssituation fraglich.