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Jork: "Die Betriebsfähigkeit muss sichergestellt werden"

Kämmerer Matthias Riel (Foto: archiv)
bc. Jork. Die nächsten vier Jahre herrscht weitgehend Projektstillstand in Jork. Weil die Gemeinde unter einem Millionen Euro schweren Schuldenberg ächzt, berücksichtigt das strategische Haushaltssicherungskonzept bis 2017 nur die allernötigsten Ausgaben. Große Investitionen sind nicht drin, etwas Neues wird in Jork so gut wie nicht entstehen. "Es geht nicht anders. Bis 2017 wird lediglich die Betriebsfähigkeit der Gemeinde erhalten. Übergeordnetes Ziel ist die Haushaltskonsolidierung", sagt Kämmerer Matthias Riel.

Wie berichtet, stimmte der Finanzausschuss vor einer Woche geschlossen dem Haushaltsplan für 2014 und der mittelfristigen Finanzplanung zu. In diesem Jahr schließt der Ergebnishaushalt mit einem Minus von etwa 47.000 Euro - und nicht wie am Samstag fälschlicherweise berichtet von 588.800 Euro. In den drei Jahren darauf plant die Gemeinde, Überschüsse zu erwirtschaften, um Stück für Stück die Defizite abbauen zu können.

Im Finanzhaushalt belaufe sich die Neuverschuldung aus Investitionskrediten in 2014 auf 1,085 Mio. Euro. Danach sollen keine neuen Verbindlichkeiten aufgenommen werden. Das extreme Kassendefizit von rund 3,9 Mio. Euro zum Jahresende 2014 soll bis Ende 2017 um etwa zwei Mio. Euro sinken. Riel: "Damit könnte zum Jahresende 2017 erstmals wieder ein genehmigungsfreier Liquiditätsstand erreicht werden." Zur Erinnerung: Seit Oktober 2013 arbeitet die Jorker Verwaltung mit einer flächendeckenden Haushaltssperre.

Neu im Jorker Haushalt ist, dass alle investiven Projekte bis Ende 2017 budgetiert wurden. So muss die komplette Gemeindefeuerwehr z.B. mit 200.000 Euro in diesem Jahr auskommen, in den Jahren darauf mit weitaus weniger. Die geplante Schulsporthalle ist nicht Bestandteil der Finanzplanung. Nur die Ausgaben für den Ankauf eines Grundstücks am Westerminnerweg in Höhe von 500.000 Euro sind eingeplant. Vor 2018 wird hier keine Halle entstehen können. Der größte Batzen im Investitionshaushalt sind die 1,22 Mio. Euro, die die Gemeinde noch für ihren Anteil an der Umgehungsstraße bezahlen muss. 150.000 Euro beträgt die Schlussrechnung der Gewerbegebietserschließung im "Ostfeld" .

Freude herrscht bei Rainer Gaffron, Vorsitzender des TuS Jork. Für den Umbau des alten Keglerheims in eine Gymnastikhalle erhält der Verein in den Jahren 2015 bis 2017 jeweils 23.000 Euro. Auch der ASC Cranz-Estebrügge bekommt Geld: 260.000 Euro für den neuen Sportplatz an der Schule.

Das Budget für den Aufbau eines Regionalmanagements als Koordinierungsstelle für die Netzwerkarbeit im Kulturraum Altes Land - eine Vorgabe bei der Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe - ist mit einem Sperrvermerk versehen. Über die Freigabe wird der Gemeinderat gesondert entscheiden, sofern feststeht, dass es das Alte Land auf die deutsche Tentativliste geschafft hat und vom Land Fördermittel fließen.

Am Mittwoch, 26. März, will der Jorker Gemeinderat den Haushalt endgültig beschließen.