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Jork: Extrabetreuung kostet weiterhin Geld

Die Jorker Politik begrüßt die Beitragsfreiheit. Wie es sich letztlich auf den Haushalt auswirkt, bleibt eine Rechnung mit Unbekannten (Foto: Fotolia/Kneschke)

Gemeinde Jork muss weniger bezahlen als gedacht

ab. Jork.
Die Jorker Politik steht hinter der Beitragsfreiheit für die Betreuung ab Dreijähriger in Kitas und bei Tageseltern. Allein gelassen fühlt sie sich trotzdem, stellte der Erste Gemeinderat Matthias Riel auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport fest. "Die Betreuung soll beitragsfrei sein, aber keiner weiß, wie es zu realisieren ist." Es sei noch ein weiter Weg bis zu einer realistischen Prognose, wie hoch das Jahresdefizit am Ende für die Gemeinde ausfallen werde. "Wir sind davon ausgegangen, dass wir rund 400.000 Euro zahlen müssen, jetzt liegen wir zwischen 150.000 Euro und 200.000 Euro", so Riel.

Die Beitragsfreiheit betrifft eine tägliche Acht-Stunden-Betreuung von Kindern ab drei Jahren. Krippe und Hort müssen Eltern weiterhin aus eigener Tasche bezahlen. Und auch für einen Extra-Betreuungs-Beitrag ab der neunten Stunde sprachen sich die Ausschussmitglieder aus. Sie soll im Monat 20 Euro kosten, was für die Gemeinde Einnahmen von 20.000 Euro jährlich bedeutet.

Eine Neuerung gab Matthias Riel bekannt: Es werde vom Land ein Ausgleichfonds in Höhe von 48 Millionen Euro für jene Kommunen eingerichtet, denen es nicht aus eigener Kraft gelinge, die fehlenden Elternbeiträge aufzufangen. "Sie können sich darauf verlassen, das wir versuchen werden, unseren Teil davon zu erhalten."

Probleme sah die Politik aber auch beim Angebot der Betreuung. Durch die Beitragsfreiheit - so wird vermutet - werden zukünftig mehr Kinder in die Betreuung gegeben als bisher. Dafür müsse es auch mehr Kitaplätze sowie mehr Betreuungspersonal geben. Und dass dem Markt bald ausreichend Erzieher zur Verfügung stehen, bezweifelte die Politik: Es gebe viele junge Menschen, die sich ausbilden lassen wollten, aber auch hier fehle es an Plätzen - die Wartelisten für eine entsprechende Berufsausbildung seien lang.