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Jork: Wer wird neuer Bauamts-Chef?

Im Rathaus fehlt ein Leiter für den Fachbereich 3 „Bauen + Wohnen“
bc. Jork. Wann kann Bürgermeister Gerd Hubert (Bürgerverein) einen neuen Bauamtschef präsentieren? Seit Thomas Bültemeier Ende 2014 seinen Rückzug in die zweite Reihe bekannt gab, wird der Fachbereich „Bauen und Wohnen“ kommissarisch von Hans-Georg Wowra geleitet. Die Übergangs- scheint aber zur Dauerlösung geworden zu sein. Das WOCHENBLATT stellt den Status quo der Suche vor.

Ende des vergangenen Jahres führte das Niedersächsische Studieninstitut - der zentrale Bildungsträger der Städte, Gemeinden und Landkreise im Land - eine mit der Politik abgestimmte Organisationsuntersuchung im Bauamt durch - auch vor dem Hintergrund der von der Rathaus-Belegschaft kontrovers diskutierten Umstrukturierung von vier auf drei Fachbereiche (das WOCHENBLATT berichtete).

Im Klartext: Ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann interviewte die Mitarbeiter. Das gleiche geschieht derzeit in den restlichen Fachbereichen im Rathaus. Bis Ende Mai sollen die Interviews laufen. Danach erwartet Hubert einen Bericht. Ob darin dann eine interne Lösung für den Posten des Bauamtschef empfohlen wird, ist offen.

Zur Erklärung: Augenscheinlich ist es für kleine Verwaltungen, wie die Jorker eine ist, derzeit schwierig, geeignetes Personal von extern zu finden. Im Jorker Fall wird ein Tiefbauingenieur gesucht. Die finanzstarke Konkurrenz in der freien Wirtschaft ist groß.

Eigentlich hatte Gerd Hubert bereits einen Kandidaten gefunden, doch Holger Lohse aus Halstenbek sagte im Sommer 2015 aus persönlichen Gründen wieder ab. Lohse sollte ursprünglich den neuen Fachbereich „Bauen, Ordnung und Bürgerbüro“ leiten. Als klar war, dass Lohse nicht kommen wird, überdachte Hubert seine Pläne. Er beließ den Fachbereich „Bauen und Wohnen“ für sich, legte ihn nicht mit dem Ordnungsamt zusammen.

Fünf Leute arbeiten derzeit in der Jorker Bauverwaltung. Wowra, Bültemeier und drei weitere Kollegen, von denen einer seit mehreren Wochen krank ist und zwei in Teilzeit arbeiten. Zu wenig Personal, um allen Aufgaben gerecht zu werden. Nur ein Beispiel: Im vergangenen Jahr landeten alleine rund 300 Bauanträge für Regenrückhaltebecken im Bauamt, die alle geprüft werden müssen.

Trotzdem mehrt sich die Kritik aus den Reihen der Politik. Ernst Tilsner (SPD) beklagte sich kürzlich, dass noch immer keine Prioritätenliste für Straßensanierungen vorläge: „Ich fühle mich veralbert“, äußerte sich Tilsner im Bauausschuss. Die Grünen monieren zudem den Umgang mit dem aktuell geplanten Bauprojekt an der Königreicher Straße, bei dem das Bauamt aus ihrer Sicht voreilig sein Einvernehmen erteilte, ohne die Politik ins Boot zu holen.

Bürgermeister Hubert hat nun die hehre Aufgabe, personelle Verstärkung zu finden: „Ich möchte schnellstmöglich eine Lösung vorstellen.“