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Keine neue Sporthalle in Jork

Kämmerer Matthias Riel
bc. Jork. Weil sich gegenüber der ursprünglichen Haushaltsplanung zahlreiche Änderungen ergeben haben, braucht die Gemeinde Jork einen Nachtragshaushalt für das Jahr 2016. Berücksichtigt wird dabei die gesamte Finanzplanung bis 2019. Im Kern geht es um drei große Investitionen: den geplanten Ausbau der L140, die Rechnung für die schon fertige Umgehungsstraße und eine Kindergarten-Erweiterung in Jork-Borstel.

Klar ist: Ohne neue Schulden (185.000 Euro) wird die Gemeinde nicht auskommen. Und: An anderer Stelle muss sie sparen. Eine neue Sporthalle für die Grundschule am Westerminnerweg wird es deshalb so schnell nicht geben. Darüber diskutiert der Finanzausschuss am Mittwoch, 20. April, ab 18.15 Uhr in der Alten Wache.

• Gemäß aktueller Verwaltungsvorlage zur L140, die entgegen der Mehrheitsmeinung der Politik (das WOCHENBLATT berichtete) einen Vollausbau der Straße in Osterjork vorschlägt, muss Jork für die Maßnahme einen Eigenanteil von rund 1,2 Millionen Euro bezahlen. Bisher waren für 2017 nur 500.000 Euro eingeplant. Im neuen Etatentwurf sind jetzt inklusive einer Verpflichtungsermächtigung 1,2 Mio. Euro für 2018 eingestellt. Die formelle Ermächtigung ist notwendig, wenn Bürgermeister Gerd Hubert in diesem Jahr Verträge für den Ausbau mit dem Land unterzeichnen möchte. Dadurch werden Haushaltsmittel für die Folgejahre gebunden.

• Aufgrund einer Fehlplanung im Rathaus müssen weitere 600.000 Euro für die Umgehungsstraße in 2017 einkalkuliert werden. Statt eines Eigenanteils von 1,35 Mio. Euro wurden im Bauamt nur 750.000 Euro berechnet.

• Kurzfristig muss die Gemeinde auf einen erhöhten Bedarf bei der Kinderbetreuung in Jork-Borstel reagieren. Die dortige Nachmittagsbetreuung in der Kita muss in den Vormittag verlegt werden. 320.000 Euro braucht die Gemeinde in 2016 für neue Gruppenräume. Grund für die höhere Nachfrage ist u.a. die Flüchtlingssituation.

• Vorsorglich hat Kämmerer Matthias Riel zudem einen Posten in Höhe von 200.000 Euro in den Haushalt aufgenommen, um die bereits vor Jahren fertiggestellte Querungshilfe in Osterjork an das Land bezahlen zu können. Riel: "Die Forderung ist aber noch nicht abschließend rechtlich geklärt."

• Zum Opfer fällt die geplante und dringend benötigte Schulturnhalle im Ortszentrum. Der Ansatz von zwei Mio. Euro in 2018 wurde gestrichen, ebenso die Kosten für die Grundstücksbevorratung in 2016 in Höhe von 500.000 Euro. Letzterer Posten wurde auf 2018 verschoben. Das Projekt gelte zum gegenwärtigen Zeitpunkt mangels Grundstücksverfügbarkeit als unrealistisch, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die gute Nachricht zum Schluss: Unter Berücksichtigung aller Änderungen im Nachtragshaushalt - auch der vielen kleineren unerwähnten - kann die Gemeinde ihr Ziel der Konsolidierung im Jahr 2017 beibehalten.