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Knappes Votum: Jorker Politik hält neue Autofähre für möglich

Pkw, Wohnmobile und Motorräder sollen befördert werden, schwere Lkw dagegen nicht (Foto: Becker Marine Systems)
bc. Jork. Bis das Harburger Unternehmen "Becker Marine Systems" alle Beteiligten von seiner geplanten Autofähre zwischen Jork-Wisch und Wedel (das WOCHENBLATT berichtete) überzeugen kann, ist es wohl noch ein langer Weg. Ein allererster Schritt ist jetzt getan.

In der vergangenen Woche stellte Henning Kuhlmann, Managing Director bei "Becker Marine Systems", das insgesamt rund 24 Millionen Euro teure Projekt im Bauausschuss der Gemeinde Jork vor. Mit einer knappen Mehrheit von sechs (Bürgerverein Jork, SPD) zu fünf Stimmen (CDU, Grüne) sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, die Stellungnahme der Gemeinde für das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) so zu formulieren, dass eine neue Autofähre an der Unterelbe grundsätzlich möglich wäre. Voraussichtlich im Sommer wird der Kreistag das RROP verabschieden.

"Die Möglichkeit einer Fähre soll generell bestehen bleiben. Das Vorhaben von 'Becker' kann sich als Referenzprojekt positiv auf die Gemeinde auswirken. Dass sich die Gemeinde finanziell an dem Projekt beteiligt, ist aber ausgeschlossen", sagt Marion Albers, Vize-Fraktionschefin des Bürgervereins Jork (BVJ).

Etwa zwölf Millionen Euro will der Investor für sein Leuchtturmprojekt - die Fähre soll mit einem umweltschonenden Hybridmotor angetrieben werden - selbst aufbringen. Der Rest, u.a. für die Verkehrsanbindung, solle der Steuerzahler übernehmen.

CDU und Grüne aber auch der Welterbe-Verein befürchten, dass durch die neue Fähre noch mehr Autos durch das Alte Land rollen. Hintergrund: Die Investoren rechnen mit einer Auslastung von 900 Kfz pro Tag, die dann zusätzlich die schon jetzt stark belastete Kreisstraße 39 benutzen würden. "Eine neue Autofähre ist ein No-Go. Wir brauchen ein verkehrliches Gesamtkonzept und keine Einzellösungen", sagt Welterbe-Vereinschefin Kerstin Hintz. CDU-Fraktionschef Michael Eble fragt sich, wem die Fähre wirklich nutzen würde: "Ich denke, dass hauptsächlich der Fernverkehr auf die Verbindung ausweichen würde, falls der Elbtunnel dicht ist. Diesen Verkehr brauchen wir im Alten Land nicht."

Die Touristiker der Region und auch die IHK können dem Projekt dagegen viel Positives abgewinnen.