Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

L140-Ausbau: Gut, dass das Land einlenkt

Verkehrsminister Olaf Lies wusste schon 2014, dass ein Planverfahren vonnöten sei (Foto: archiv)

Auf ein Wort


Zweifelsohne muss die Landesstraße 140 in Osterjork dringend saniert werden. Und zwar von Grund auf. Kein Flickwerk. Die Buckelpiste samt des desolaten Radwegs ist kein Zustand. Die Landesbehörde für Straßenbau hat sich der Problematik schon vor Jahren angenommen, plant dann ab 2015 hinter verschlossenen Türen keine einfache Sanierung, sondern einen umfangreichen Vollausbau mit Geh- und Radwegen auf beiden Seiten und informiert schließlich im November 2015 die Öffentlichkeit.

Um aber quasi im gleichen Atemzug zu betonen, dass für den großen Wurf nur bis 2017 Geld in einem Sonderfonds vorhanden sei. Das ist deshalb ein Problem, da bei einem so gravierenden Eingriff in die Straßenverhältnisse ein langwieriges Planfeststellungsverfahren vonnöten ist. Wenn die Baumaßnahme aus diesem Grund erst in 2018 beginnen kann, ist das Geld weg. Eine Alternativplanung für eine schnellere Lösung legte das Land nicht vor.

Für viele war das Vorgehen unverständlich. Für mich auch. Denn: Schon 2014 teilte Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) der Bürgerinitiative Obstmarschenweg mit, dass für den Ausbau Osterjork ein Planverfahren vonnöten sei, er das Geld aber zur Verfügung stelle. Die Gemeinde und ihre Bürger können ja nun schlecht die Leidtragenden sein, wenn das Land seine Hausaufgaben nicht erledigt. Somit ist es gut, dass das Ministerium in der vergangenen Woche doch angekündigt hat, dass ein Vollausbau auch in 2018 finanziert sein soll.

In diesem Zusammenhang hat Bürgermeister Gerd Hubert die Entscheidung über Sanierung und Vollausbau von der Tagesordnung des jüngsten Gemeinderates am Donnerstag gekickt. Die Ankündigung des Landes könnte nämlich die Haltung einiger Politiker ändern, die im Bauausschuss bereits für eine abgespeckte Sanierung gestimmt haben. Was gut ist, da aufgrund der neuen Situation weiterer Diskussionsbedarf besteht. Unter anderem über den späteren Umbau der Südseite der Straße.

Alle Varianten sollten aber auch unter der Voraussetzung beleuchtet werden, ob sich die Gemeinde den Vollausbau überhaupt leisten kann. Immerhin beträgt der Jorker Anteil in diesem Fall gut eine Million Euro. Bisher sind nur 500.000 Euro im Haushalt eingeplant.

Björn Carstens