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Welterbe: "Wir müssen vernetzt denken"

Um den Welterbe-Status zu erlangen, brauchen die Befürworter einen langen Atem
bc. Jork/Lühe. Welterbe-Befürworter brauchen einen langen Atem. Das weiß Kerstin Hintz, Vorsitzende des Welterbe-Vereins, schon lange. Ob es das Alte Land am Ende des Weges tatsächlich auf die Unesco-Liste schafft oder ob vielleicht etwas ganz anderes dabei herauskommt, scheint noch in den Sternen zu stehen.

Fakt sei allerdings, so Hintz, dass ohne den Aufbau eines Regionalmanagements nie ein gemeinsames Bewusstsein für die Besonderheit der Hollerkolonie und der holländischen Wasserbautechnik geschaffen werden könne. Das habe das vor wenigen Tagen zu Ende gegangene vierte internationale Holler-Symposium einmal mehr gezeigt.

"Jede Welterbestätte hat ein solches Management und benötigte es auch in der Bewerbungsphase", sagt Hintz auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Die Gemeinde Jork und die Samtgemeinde Lühe haben aus unterschiedlichen Gründen jedoch bislang noch keine gemeinsamen Strukturen in diese Richtung auf die Beine stellen können. Ohne eine solche Eigeninitiative kann es aber laut Hintz nicht funktionieren, in den Welterbe-Club aufgenommen zu werden.

"Wenn das Alte Land die Spezifik seines Kulturraums richtig würdigen möchte, ist es wichtig, dieses Management einzurichten", sagt Hintz. Die Belange von Obst- und Wasserbau sowie des Tourismus müssten mit denen eines Welterbes vernetzt werden. "Ich glaube, dass die Akteure im Alten Land noch mehr vernetzt denken müssen", so Hintz. Es reiche nicht aus, dass das Thema in Fachkreisen diskutiert wird, es sei vor allem auch ein politisches Thema.

Wie berichtet, hat es das Alte Land 2014 nicht auf die deutsche Vorschlagsliste für einen Eintrag in die Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten geschafft. Eine Expertenkommission wollte den universellen Wert der Kulturlandschaft nicht in einer Einzelnominierung bestätigen. Stattdessen empfahlen sie, die Bewerbung dahingehend zu präzisieren, eine serielle Antragstellung mit anderen Hollerkolonien in Norddeutschland und Polen sowie mit der ursprünglichen Holler-Landschaft in den Niederlanden zu prüfen.

In den Niederlanden wird gegenwärtig daran gearbeitet, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen, die Siedlungen zwischen Amsterdam und Utrecht auf die Welterbe-Liste zu setzen. Vor allem Landwirte müssten mit ins Boot geholt werden.

Nicht uninteressant ist daher die Entwicklung im Beemster Polder, der seit 1999 Weltkulturerbe der Unesco ist. Hintz: "Dort haben die Menschen positive Erfahrungen mit dem Welterbe gesammelt."