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Wer bezahlt denn jetzt den Kreisel in Jork?

bc. Jork. Ohne einen neuen Kreisel auf dem Obstmarschenweg (L140) droht den Menschen in der Gemeinde Jork ein Verkehrsinfarkt. Sofern die Umgehungsstraße im Mai 2015 eröffnet wird - wie derzeit geplant - und auf die L140 trifft, muss eine Lösung insbesondere für Linksabbieger her. Wer den Rundling bezahlt, ist allerdings nach wie vor fraglich. Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz macht den Altländern jetzt Hoffnung.

Im Kreis-Verkehrsausschuss teilte sie mit, dass ein Antrag auf Fördergelder aus dem sog. Entflechtgesetz des Bundes in Vorbereitung ist. Ob und wann die Mittel fließen, sei aber noch fraglich. Nur soviel: "Es ist definitiv nicht entschieden, dass der Kreisverkehr nicht gebaut wird", so Streitz.

Fest steht nur: Rechtzeitig vor Freigabe der Umgehung wird es nichts mehr mit dem Kreisel. Dabei soll die Trasse den Verkehr von und zur A26 aus dem Ort heraushalten. Bauherr der Umgehung (K26 neu) ist der Landkreis Stade.

Das Problem: Eine Umgehung trifft in Osterjork auf eine viel befahrene Landesstraße. Ein Verkehrsgutachten, das die hoch verschuldete Gemeinde Jork selbst bezahlt hat, bestätigt: Ohne Kreisel (Kosten: ca. 500.000 Euro), für den die Gemeinde bereits einen Bebauungsplan hat anfertigen lassen, kollabiert der Verkehr.

Fließen die Mittel aus dem Entflechtgesetz - üblich sind 60 Prozent der Investitionssumme - ist eine Gegenfinanzierung nötig. Die entscheidende Frage: Wer bezahlt den Rest? Die Gemeinde (Haushaltssperre) scheidet laut Bauamtsleiter Thomas Bültemeier aus. Der Landkreis hat noch keine eindeutige Stellungnahme abgegeben. Die für die L140 zuständige Landesbehörde für Straßenbau in Stade hat gegenüber der Gemeinde deutlich gemacht, dass sie nicht bezahlen möchte.

Dabei steht das Land Niedersachsen eigentlich in der Pflicht. Denn der Verkehr in Jork wird weiter zunehmen, wenn die A26-Anschussstelle Jork - wie von der Landesregierung geplant - nach Öffnung der Umgehung doch in beide Richtungen freigegeben wird (das WOCHENBLATT berichtete).

Der Gemeinde ist es letztendlich egal, woher das Geld kommt: ob Bundes-, Landes- oder Kreismittel. Die Hauptsache ist, dass der Kreisel so schnell wie möglich gebaut wird. Bültemeier: "Er ist lebensnotwendig." Ansonsten droht Dauerstau.