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Wer entsorgt den Gift-Sportplatz?

Der kontaminierte Sportplatz an der Grundschule in Königreich ist eingezäunt. 50 Zentimeter Schlacke sollen in gesamter Ausdehnung des Platzes abgetragen werden
bc. Jork. Jetzt kann es losgehen: Das Umweltamt des Landkreises Stade hat der Gemeinde Jork grünes Licht gegeben, mit der Ausschreibung für die Entsorgung des giftigen Grand-Sportplatzes an der Schule in Königreich zu beginnen. Damit die Vergabe beschleunigt wird, handelt es sich um eine sogenannte beschränkte Ausschreibung. Ausgewählte Unternehmen werden direkt aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Nach Angaben von Bürgermeister Gerd Hubert (Bürgerverein) ist die Auftragsvergabe für Mitte Mai geplant.

Möglichst schnell noch vor den Sommerferien sollen die Auskofferungsarbeiten starten. Der mit Blei, Arsen und Quecksilber verseuchte Sportplatz (das WOCHENBLATT berichtete) muss in seiner gesamten Ausdehnung um 50 Zentimeter "tiefer gelegt" werden. Ein halber Meter der kontaminierten Fläche muss entsorgt und zur Sondermülldeponie gebracht werden.

Das beauftragte Unternehmen muss exakt protokollieren, welcher Mitarbeiter welchen Lkw mit belasteter Schlacke wohin fährt. Es muss sichergestellt sein, dass bei trockenem Wetter ausreichend Wasser zur Bewässerung zur Verfügung steht, damit sich aufgewirbelte Staubpartikel nicht auf dem benachbarten Kinderspielplatz absetzen können. Zudem müssen die Transportflächen der Lkw mit einer Plane abgedeckt werden.

Die Entsorgung ist der erste Schritt. Aber was ist mit dem Ersatz für den Sportplatz? Schule und Sportverein ASC Cranz-Estebrügge brauchen eine Spiel- und Trainingsstätte. Rathaus-Chef Gerd Hubert will sich auf kein Zeitfenster festnageln lassen. Alles hängt am Geld. Noch hat die Kreisverwaltung in Stade den Jorker Haushaltsplan nicht einmal für 2013 genehmigt.

Der einst geplante Kunstrasenplatz (das WOCHENBLATT berichtete) kann nur gebaut werden, wenn die Gemeinde an anderer Stelle Geld einspart. Eine Neuverschuldung mithilfe einer weiteren Kreditaufnahme sei angesichts des defizitären Haushalts nicht denkbar, so Hubert. "Einen neuen Kredit bekommen wir mit Sicherheit nicht genehmigt", sagt der Bürgermeister.

Großes Interesse, dass schnellstmöglich ein neuer Sportplatz entsteht, haben vor allem die Fußballer des ASC. Der Grandplatz war ihre Trainingsstätte schlechthin. Derzeit trainieren die Kicker (14 Jugend-Mannschaften und vier Herren-Teams) auf dem großen Rasenplatz. Doch spätestens ab November lasse sich der Platz witterungsbedingt nicht mehr benutzen, so ASC-Vorstandsmitglied Alfred Behnke. "Wir brauchen eine Möglichkeit, ganzjährig den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten", so Behnke, der die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ausdrücklich lobt: "Alle Beteiligten verhalten sich sehr kooperativ."

Derweil tut sich eine Alternative auf zum einst geplanten Bau eines Kunstrasenplatzes. Die Firma "Eurogreen", die den ASC-Rasenplatz pflegt, hat mit einen sogenannten Hybridrasen ein neues Produkt auf den Markt gebracht - ein
mit Kunstfasern verstärkter Naturrasen, der mit etwa 350.000 Euro Investitionskosten günstiger sein soll als reiner Kunstrasen (ca. 500.000 Euro).

CDU-Fraktionschef Michael Eble ist noch unklar, wie die Gemeinde einen Neubau finanzieren könnte: "Ich hoffe auf Vorschläge aus der Verwaltung."