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Wieder Breitseiten gegen Jorker Bürgermeister

Gerd Hubert musste sich einiges anhören (Foto: Gemeinde Jork)
bc. Jork. Jorks Bürgermeister Gerd Hubert wird von der eigenen Rathaus-Belegschaft oft vorgeworfen, er kommuniziere zu wenig, mache Alleingänge und fröne der Geheimniskrämerei. Nun hat er im Zuge der Einstellung eines neuen Fachbereichsleiters mal ganz ungeniert im Internet Namen und Anschrift des potenziellen Kandidaten veröffentlicht. Und es hagelt wieder Kritik. Diesmal seitens der Politik im Gemeinderat.

„Es ist unsäglich, dass die Personalie öffentlich geworden ist“, sagte FDP-Ratsherr Peter Rolker am Mittwoch in der Ratssitzung. Üblicherweise werden personelle Angelegenheiten nicht-öffentlich verhandelt.

Rolker wie auch die Grünen-Fraktion bemängelten vor allem aber auch die dünnen Informationen in der Ratsvorlage, auf deren Basis die Politiker für die Einstellung stimmen sollten. „Ich finde keinerlei Angaben über die Eignung. Als Ratsmitglied habe ich ein Recht auf Information, das ich ernsthaft verletzt sehe“, so Rolker.
Harm-Paul Schorpp (Grüne) kritisierte: „Die Vorlage ist nicht akzeptabel. Finanzielle Auswirkungen sind nicht beschrieben.“

Zum Hintergrund: Wie berichtet, war Holger Lohse, Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Halstenbek, von 21 Bewerbern übrig geblieben. Er soll Leiter des neu zu schaffenden Fachbereichs „Bauen und Ordnung“ werden - eine Fusion zweier Fachbereiche. So will es Bürgermeister Hubert. Seine Fraktion, der Bürgerverein, steht hinter ihm.

Am Mittwoch sollte der Rat dem Vorschlag des Bürgermeisters zustimmen. Das tat er auch. Allerdings äußert knapp. Mit 13 Ja- zu zwölf Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen votierten die Politiker in geheimer Wahl für Lohse als neuen „Superfachbereichsleiters“. Bei dem knappen Ergebnis ging es weniger um die Eignung des Kandidaten.

Die CDU kündigte vor der Abstimmung an, der Einstellung kein grünes Licht zu erteilen. „Es war die schwerste Entscheidung, die ich bislang im Rat treffen musste. Aufgrund der Situation, wie sie sich derzeit im Rathaus darstellt, ist es nicht sinnvoll, einen neuen Fachbereichsleiter einzustellen“, erklärte CDU-Fraktionschef Michael Eble. Das Risiko, einen Beamten ohne Probezeit einzustellen, sei zu groß. Eble spielte damit auf die vielfach verbreitete Führungsschwäche des Bürgermeisters an.

Zur Erklärung. Die Stimmung im Rathaus ist angesichts der geplanten Zusammenlegung der Fachbereiche mies. Beschäftigte kritisieren ihren Chef öffentlich. Die Mitarbeiter fühlen sich nicht mitgenommen bei der Entscheidung, streben eine andere Form der Verschlankung der Verwaltung an, die auch Hubert lange Zeit mittrug.

Harm-Paul Schorpp in Richtung Hubert: „Gerd, du hast so viel falsch gemacht in der Führung des Rathauses, dass es schwer wird, diesen Scherbenhaufen wieder zu kitten. Ich befürchte, es geht weiter bergab.“

Das Thema ist wohl noch nicht durch. Peter Rolker hat angekündigt, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen, um die Rechtmäßigkeit der Ratsentscheidung zu prüfen.