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"Deutsche Aktien sind nicht überbewertet"

Sparkassendirektor Dieter Kanzelmeyer (li.) und Dr. Holger Bahr erwarten ein neuerliches "Jahr der Aktien"
bc. Jork. Sicherheit hat ihren Preis: Davon können die konservativen Sparer derzeit ein Klagelied singen. Der reale Vermögensverlust ihrer Einlagen drückt aufs Gemüt, solange der Zinssatz unterhalb der Inflationsrate liegt. Dass es Möglichkeiten gibt, dieser schleichenden Enteignung zu entkommen, machte Dr. Holger Bahr, Chefvolkswirt der DekaBank Frankfurt, den Gästen beim S-Forum der Sparkasse Stade-Altes Land im Jorker "Fährhaus Kirschenland" deutlich. Sein Thema: Anlagestrategien in einer Niedrigzinswelt.

Bahr vertraut auch 2014 auf den Aktienmarkt. Dem wichtigsten deutschen Leitindex DAX - er liegt derzeit bei ca. 9.670 Punkten - gehe trotz des anhaltenden Höhenflugs in den kommenden zwölf Monaten nicht die Luft aus, so die Einschätzung der DekaBank. Bahr prognostiziert für Ende 2014 einen DAX-Wert von knapp über 10.000 Punkten. "Deutsche Aktien sind keine Schnäppchen, aber auch nicht überbewertet. Sie können trotz des hohen Niveaus weiter steigen", so Bahr.

Anleger - vor allem institutionelle - setzen auf Aktien allein wegen der Dividendenausschüttungen, die höher liegen als die Renditen für deutsche Staatsanleihen. Die DekaBank präferiere die Anlage in Aktien aus Industrieländern. Gründe seien die weltwirtschaftliche Expansion, eine robuste Binnennachfrage in Deutschland, das weiterhin geringe Zinsniveau und eine sinkende Unsicherheit. "Schwankungen müssen die Anleger auch in diesem Jahr aushalten. Je breiter sie in der Vielfalt der Wertpapiere unterwegs sind, desto weniger Kopfschmerzen werden sie bekommen", sagte Bahr.

Auch Geldanlagen in den "Emerging Markets" (Brasilien, Indien, China, Russland, Südafrika) seien trotz der zwischenzeitlichen Kapitalflucht immer noch lohnenswert ("Die Renditen schlagen die Teuerungsrate") - ebenso Wertanlagen in Immobilien.
Die DekaBank rechnet dagegen bei Anlagen auf dem Geldmarkt, bei Bundesanleihen, bei Investitionen in Gold und teilweise auch bei Unternehmensanleihen mit einem Ertragspotenzial, das unterhalb der Inflationsrate liegt. Bahr: "Auf dem Goldmarkt erwarten wir fallende Preise."

Dass die Notenbanken in Kürze ihre Niedrigzinspolitik aufgeben, glaubt Bahr nicht. Sowohl die amerikanische Fed ("Erst Mitte 2015") als auch die europäische EZB ("2016") ließen mit Zinserhöhungen angesichts der zurückhaltenden Konjunkturerwartungen auf sich warten. Trotz der expansiven Geldpolitik erwartet Bahr bis Ende 2015 nicht mit dem Anziehen der Inflationsrate in der Eurozone über zwei Prozent.

Eine erneute Wirtschaftskrise hält Bahr für unwahrscheinlich: "2013 trägt die Überschrift: Das Ende der Rezession." Das Euroland habe die Talsohle durchschritten. Die deutliche Ansage der EZB, dass der Euro bleibt, habe sich positiv auf die Kapitalmärkte ausgewirkt.