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Die Blütezeit steht kurz bevor / Obstbauern haben das Wetter im Blick

Die ersten Pflaumensorten blühen auf dem Obsthof von Hein Lühs in Jork bereits
 
Die frühen Pflaumensorten sind im Juli reif
lt. Jork. Das Alte Land verwandelt sich in den kommenden Wochen - rund drei Wochen früher als üblich - in ein Blütenmeer. Die ersten frühen Pflaumensorten blühen aufgrund der milden Temperaturen bereits, die Frühkirschen werden bald folgen. Zu Ostern erwarten die Obstbauern die Vollblüte der Hauptkirschensorten und auch die Apfelbäume werden voraussichtlich schon Ende April ihren süßen Blütenduft verströmen. Ein Ausflug ins Alte Land lohnt sich also über Ostern und Anfang Mai zum Blütenfest in Jork besonders.
Weil es momentan auch nachts nicht frostig ist, besteht keine Gefahr für die jungen Knospen. Doch Obstbauern wie Hein Lühs vom Herzapfelhof in Jork müssen das Wetter in diesen Tagen genau im Blick haben. Fallen die Temperaturen in den Minusbereich, müssen die Beregnungsanlagen angeschmissen werden. "Probeläufe haben wir schon hinter uns und konnten letzte Reparaturen vornehmen", so Lühs.
Ihm und seinen Berufskollegen geht es um die Qualitätssicherung der Früchte. Durch Frostschäden an der Blüte können später z.B. Haarrisse an den Äpfeln entstehen und die Früchte können schief auswachsen.
Deshalb rieseln bei Frost pro Hektar 30 bis 40 Kubikmeter Wasser auf die Bäume. Durch den Eispanzer, der sich daraufhin um die Knospen und Blüten bildet, wird die Temperatur um die Blüte herum bei null Grad Celsius gehalten und sie ist vor Frost geschützt.
Vor allem bei der Beregnung der Kirschen müssen die Obstbauern aber mit Bedacht vorgehen, weil durch das zusätzliche Wasser Duftstoffe aus der Blüte ausgewaschen werden können. Wird zu lange beregnet, sind die Blüten später nicht mehr attraktiv für die Bienen, werden nicht bestäubt und es reifen keine Früchte.
Häufig wird dann nur der Boden unter den Bäumen bewässert und so die Frostgefahr durch die Erhöhung der Wärmekapazität des Bodens verringert.
Seit den 1970er Jahren nutzen die Altländer Obstbauern die Beregnungstechnik, die inzwischen auf rund 80 Prozent aller Plantagen installiert ist. Übernommen wurde die Idee damals aus Südtirol.
Um eine einwandfreie Beregnung zu gewährleisten, darf das genutzte Wasser aus den Gräben aber nicht zu salzig sein - Ein Grund warum die Obstbauern einer weiteren Elbvertiefung kritisch gegenüber stehen.

• Die langjährigen Mittelwerte für den Blütebeginn liegen um den 22. April für die Kirsche sowie um den 3. Mai für den Apfel.
Übrigens: Im Kehdinger Land blühen die Bäume aufgrund ihrer nördlicheren Lage im Durchschnitt immer drei bis vier Tage später als im Alten Land.

• Im Landkreis Stade wird nach der Baumobsterhebung 2012 auf insgesamt knapp 8.000 Hektar Obst angebaut. Den Löwenanteil nimmt der Apfel mit 7.115 Hektar Anbaufläche ein. Süßkirschen werden auf 410 Hektar, Birnen auf 247 Hektar und Pflaumen auf 199 Hektar abgebaut. Die Sauerkirsche ist mit einer Anbaufläche von nur sieben Hektar bedeutungslos geworden.
Insgesamt wachsen im Kreis Stade knapp 15 Mio. Obstbäume, mehr als 14 Mio. davon sind Apfelbäume. Am häufigsten angebaut werden die Apfelsorten Elstar (29 Prozent), dunkler Jonagold (16 Prozent) und Red Jonaprince (9,5 Prozent). Im Schnitt werden an der Niederelbe jährlich 300.000 Tonnen Äpfel gepflückt.