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Sietas: Noch immer kein neuer Auftrag

Ende März enden bereits die Stahlbauarbeiten am Errichterschiff
bc. Neuenfelde. Die gute Nachricht vorweg: In wenigen Tagen wird das erste in Deutschland konstruierte und gebaute Errichterschiff für Offshore-Windanlagen auf der "Sietas Werft" in Hamburg-Neuenfelde ausgedockt. Die Fertigstellung und Übergabe an das niederländische Wasserbauunternehmen "Van Oord" ist für Juli vorgesehen.

Die sehr viel schlechtere Nachricht: Die insolvente Werft verfügt noch immer über keinen weiteren Neubauauftrag. Bereits Ende März ist Schluss mit den Stahlbauarbeiten am Errichterschiff. Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann, die IG Metall und der Sietas-Betriebsrat haben daher einvernehmlich beschlossen, allen 390 Mitarbeitern der Sietas Werft den Wechsel in eine Transfergesellschaft anzubieten.

Dort werden die Beschäftigten bis zu fünf Monate auf neue Aufgaben im Arbeitsmarkt vorbereitet. In Weiterqualifizierungskursen können sie z.B. Computer-Lehrgänge belegen oder einen Schweißerpass absolvieren. Voraussetzung ist, dass der Arbeitsvertrag bei Sietas aufgelöst wird.

Am Donnerstag haben sich mehr als 92 Prozent der Sietas-Mitarbeiter entschieden, zeitlich gestaffelt in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Die weitere Ausbildung der aktuell 13 Azubis soll – ggf. in Zusammenarbeit mit anderen Betrieben – sichergestellt werden. Die Alternative zum Wechsel in eine Transfergesellschaft ist die betriebsbedingte Kündigung mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten.

Insolvenzverwalter, Betriebsrat und IG Metall arbeiten außerdem weiter daran, die Möglichkeit einer Betriebs- oder Teilbetriebsübernahme noch zu realisieren. Wichtigste Bedingung dafür ist ein neuer Auftrag. Sietas-Geschäftsführer Dr. Ludwig Reichert ist derzeit weltweit unterwegs, um Schiffe zu verkaufen.

Dazu erklärt Insolvenzverwalter Brinkmann: „Die hohe Zustimmungsquote der Mitarbeiter unterstreicht das bestehende Einvernehmen. Wir bemühen uns natürlich weiterhin um Aufträge und sind auch mit möglichen Auftraggebern in Verhandlung, so dass wir die Transfergesellschaft als letztes Mittel ansehen." Sofern es gelingen sollte, Aufträge zu gewinnen, stünden auch Investoren bereit, die die Werft übernehmen würden, so Brinkmann. Wird bis Juli kein neuer Auftrag an Land gezogen, gehen auf der Werft endgültig die Lichte aus.

Wie berichtet, platzte der geplante Verkauf der Sietas-Werft an die "VeKa Group" im Dezember 2012, weil das niederländische Wasserbau-Unternehmen "Van Oord" seinen in Aussicht gestellten Auftrag für den Bau eines zweiten Errichterschiffes für Offshore-Windanlagen zurückgezogen hatte.