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Totschlag-Prozess: Oldendorferin muss in die Psychiatrie

Andrea P. mit ihrer Verteidigerin Katrin Bartels beim Prozess-Auftakt. Die Oldendorferin leidet an einer schweren Erkrankung
lt. Stade. Andrea P. (47), die im vergangenen Herbst ihren Ehemann in Oldendorf erstochen hat (das WOCHENBLATT berichtete), ist schuldunfähig und muss in die Psychiatrie. Das Urteil in dem Totschlag-Prozess vor dem Stader Landgericht wurde in der vergangenen Woche gesprochen.
Gutachter Dr. Harald Schmidt hatte bei der Frau eine so genannte organische Halluzinose festgestellt. Dabei handelt es sich um eine Störung mit ständigen oder immer wieder auftretenden, meist optischen oder akustischen Halluzinationen.
Sein psychiatrisches Gutachten hatte Schmidt auf Antrag von Andrea P.s Verteidigerin unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten. Das private Interesse und der Schutz des Persönlichkeitsrechts der Angeklagten würden gegenüber dem öffentlichen Interesse überwiegen, hieß es in der Begründung.
Wie berichtet, erstach Andrea P. ihren Mann (49†) im gemeinsamen Wohnhaus in dem Neubaugebiet „Getreidesiedlung“ mit einem Messer und hatte außerdem versucht, ein Feuer zu legen. Die Mutter einer erwachsenen Tochter hatte zuvor ausgesagt, eine Stimme gehört zu haben, die sie dazu gebracht hätte.
Es sei nicht auszuschließen, dass Andrea P. unbehandelt für die Allgemeinheit gefährlich sein könnte, begründete der Vorsitzende Richter Matthias Bähre das Urteil auf Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Verteidigerin Katrin Bartels hält es nicht für ausgeschlossen, dass ihre Mandantin erfolgreich behandelt und irgendwann wieder entlassen werden könnte.