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Wieder ein dreister Fall unseriöser Kundenakquise

Zwei Fälle vermutlich unseriöser Haustürgeschäfte ereigneten sich innerhalb weniger Tage im Landkreis Stade

Vertrauen erschlichen? Seniorin schließt unbeabsichtigt Stromvertrag ab

tp. Wischhafen/Steinkirchen. Zwei ähnliche Fälle offenbar unredlicher Geschäftemacherei an der Haustür haben sich jetzt innerhalb kurzer Zeit im Landkreis Stade ereignet. Wie berichtet, hatte Brigitte K.* (55) aus Steinkirchen kürzlich ungebetenen Besuch der falschen "Telekom"-Mitarbeiterin "Frau Klausen". Ein von der Vertreterin beabsichtigter Tarifwechsel kam nicht zustande. Bei einer Seniorin* (75) aus Wischhafen jedoch schnappte die Falle zu. Der Enkelsohn der alten Dame, Marco G.* (34), schaltete sich ein, stornierte den Vertrag und meldete die aus seiner Sicht "unseriöse Kundenakquise" der Polizei.

Bei Marco G.s Großmutter klingelte am Freitag, 7. Februar, eine Frau, die sich zunächst als angebliche "EWE"-Vertriebs-Mitarbeiterin und später als "Michaela Klaus" von der "Energy2day GmbH" ausgegeben haben soll. Als Gesprächsaufhänger nutzte sie laut Marco G. Einsparmöglichkeiten bei der Telefonrechnung: "Nachdem meine Großmutter ihr leichtsinnigerweise die letzte Rechnung gezeigt hatte, bestätigte ihr die Dame, dass sie einen sehr günstigen Telefonvertrag habe. Bei Strom und Gas sehe dies jedoch anders aus."

Schließlich habe die freundlich auftretende Außendienstmitarbeiterin das Vertrauen seiner Großmutter gewonnen, indem sie von bereits abgeschlossenen Verträgen anderer älterer Einwohner aus Wischhafen berichtet habe. "Letztlich unterschrieb meine Großmutter einen Strom- und einen Gasliefervertrag. Die Kenntnisnahme der Vertragsbedingungen und die Wechselabsicht wurde dabei auf Tonband aufgenommen", berichtet G. Schnell habe seine Großmutter den Schritt bereut und die Unterzeichnung rückgängig machen wollen. Dies habe "Frau Klaus" energisch verweigert und mit den Verträgen das Haus verlassen.

Marco G., von Beruf Banker, hat die Verträge schriftlich widerrufen. Er bestätigt, dass sich die in dem WOCHENBLATT-Artikel "Telekom-Trick als Türöffner" veröffentlichte Personenbeschreibung (Frau Mitte 40, braunes Haar, dunkle Mütze, schwarze Jacke) mit den Beobachtungen seiner Großmutter decken.

• Der Fall liegt inzwischen in der Betrugsabteilung der Polizei in Stade.

• Im Internet stehen diverse Beiträge über die umstrittene Masche: Unter www.verbraucherdienst.com warnt der Verein "Verbraucherdienst", "Energy2day" trete unter dem Namen "SorglosStrom" als Stromlieferant auf und gewinne Kunden unter anderem mittels unerwünschter Werbeanrufe. Die Verträge mit Laufzeiten von 24 Monaten seien schwer zu kündigen.

• Die EWE betreibt im Landkreis Stade keine Haustür-Akquise. Hier ist das Unternehmern Grundversorger.

*Name der Red. bekannt/v. d. Red. gekürzt