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Altländer sind skeptisch gegenüber geplanter Trasse

Die Infoveranstaltung in Steinkirchen war gut besucht
at. Lühe. Eine Gleichstromverbindung soll zukünftig Strom von der Küste Schleswig-Holsteins in den Süden Deutschlands bringen (das WOCHENBLATT berichtete). Der ausführende Übertragungsnetzbetreiber "TenneT" hat einen ein Kilometer breiten Korridor durch das Alte Land favorisiert, plant dort bislang Freilandleitungen und Erdverlegungen. "Es ist alles offen", sagten Thomas Wagner und Arno Gramatte vom Planungsteam der "TenneT". Der vorläufige Verlauf geht durch die Elbe bis nach Dollern von dort entlang der Autobahn 26 und in Horneburg über die A26. Das Vorhaben verärgert viele Anwohner, die sich in der dritten Informationsveranstaltung in Steinkirchen Luft machten. Sie fordern auch mit Augenmerk auf das Weltkulturerbe eine Erdverlegung der Kabel. "Sonst bekommen sie uns nie auf ihre Seite", sagten einige Gegner kurz. Weitere Argumente der Kritiker: möglicher Elektrosmog, Gefahren für den Obstbau und das Weltkulturerbe. Es gibt aber auch eine zweite Meinungsgruppe: Sie wollen mitgestalten.

Kreistagesabgeordneter Gerd Lefers spricht das aus, was viele von ihnen denken: "Wir können die Trasse nicht verhindern. Aber, wir können mitarbeiten und Lösungsvorschläge bringen", sagte er im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Er würde auch lieber ganz auf die Trasse verzichten. "Ich bilde mir nicht ein, dass wir diese Trasse verhindern können", so Lefers. Gesetze seien extra für dieses Vorhaben geändert worden. Lefers machte einen Gegenvorschlag zum Plan der "TenneT": Die Trasse entlang der Gasleitung zu führen. Also, weiter nördlich die Leitung durch die Elbe zu führen und sie in Agathenburg aus der Erde kommen zu lassen. So entsteht keine neue Trasse, sondern die Leitungen bündeln sich an einer Stelle. Er sieht gute Chancen, dass die Experten auf die Wünsche der Altländer eingehen.

Thomas Wagner und Arno Gramatte betonten, dass sie auf keinen Fall ohne die Anwohner planen wollen. Deswegen stehe der endgültige Verlauf der Trasse auch noch nicht fest. "Wir sind uns bewusst, dass es sich um einen kritischen Raum handelt", sagte Thomas Wagner auf Nachfrage. Es handele sich um einen Vorschlag, ob der letztendlich so realisiert wird, ist noch nicht klar. Man prüfe jetzt den Vorschlag von Gerd Lefers. Die Stromtrasse soll bis 2022 verwirklicht werden.