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Baustelle vermiest Urlaubern die Ferien

Hotelbesitzerin Sigrid Koops hält in der Hand den selbst gezeichneten Weg für ihre Gäste. Die Beschilderung der Baustelle bekommt von ihr den Daumen nach unten
at. Hollern-Twielenfleth.Urlaub kann so schön sein, wenn man denn am Urlaubsort ankommt. Die Touristen in und um Hollern-Twielenfleth haben zurzeit mit dem Umleitungschaos zu kämpfen. Die Landesstraße 140 ist von Hamburg in Richtung Stade voll gesperrt (das WOCHENBLATT berichtete). Täglich ändern sich die Umleitungswege, selbst die Anwohner haben mit dem Umfahren der rund drei Kilometer langen Baustelle zu kämpfen. Wie sollen sich da die Besucher des Alten Landes zurechtfinden?

Sigrid Koops leitet das Hotel Obstart in Hollern-Twielenfleth. Sie informiert ihre Gäste vor der Anreise telefonisch oder per E-Mail. Das kostet Zeit und Nerven. "Ich schicke alle Besucher über die A26 und dann Richtung Steinkirchen", sagt die Unternehmerin. Sie hat dafür extra eine Karte gezeichnet. Doch die Beschilderung der Baustelle und der Umleitung sei für viele ein Problem. An der Kreuzung Landesstraße 111 und 140 steht "Anlieger frei". "Ich sage den Gästen ausdrücklich, dass auch sie Anlieger sind", sagt Sigrid Koops. "Sonst würden viele umdrehen."
Noch chaotischer wird es, wenn die Urlauber zu einem Ausflug aufbrechen. Wer nach Bassenfleth an den Elbstrand will, muss anschließend über Stade zurück nach Hollern-Twielenfleth fahren. Aber auch diese Umleitung ist schlecht, beziehungsweise gar nicht ausgeschildert. Alle anderen Wege, um auf die L140 zurückzukehren sind gesperrt. Würde Sigrid Koops nicht immer den genauen Weg beschreiben, würden viele Autofahrer durchs Alte Land irren, davon ist sie überzeugt. Stornierungen wegen der Baustelle habe sie aber keine. Ein Schild, das auf die freie Zufahrt zu ihrem Hotel hinweist, durfte sie laut Niedersächsischem Landesamt für Straßenbau und Verkehr übrigens nicht aufstellen. Begründung: Dann wollen alle eins haben.

Einfach in die Straße Richtung Stade einbiegen, obwohl das verboten ist, ist riskant. Nicht nur, dass man einen Unfall verursachen könnte, die Polizei fährt jetzt auch zusätzlich Streife und verteilt Knöllchen. Eine Anwohnerin bekam jüngst eine Strafe von 25 Euro aufgebrummt, weil sie in Richtung Stade abbog.

"Es ist wichtig und richtig, dass die Straße erneuert wird", findet Sigrid Koops. Schließlich seien die Schlaglöcher vor ihrem Hotel viel zu groß gewesen. "Aber für die Baustellen-Beschilderung gibt es von mir den Daumen nach unten." Einen positiven Aspekt findet sie dennoch an der Baustelle: "Es fahren deutlich weniger Lastwagen durch Hollern-Twielenfleth." Im Moment herrscht schon fast eine himmlische Ruhe im Ort.

Die Bauarbeiten dauern noch bis Freitag, 15. August.