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Beruf als Inspirationsquelle

Manfred Bublitz (77) schreibt in seinem „Haus am Hafen“ in Steinkirchen vornehmlich Krimis und historische Geschichten
bc. Steinkirchen. Als Polizist schaffte er es bis zum Direktor, als Autor backt der 77-jährige Manfred Bublitz kleinere Brötchen. Das aber ganz bewusst. „Ich bettele nicht mehr bei den Verlagen. Ich freue mich über jeden Menschen, der eines meiner sieben Bücher kauft und Freude daran hat“, erzählt der Pensionär aus Steinkirchen.

Seinen Bestseller „Die Lühe, Klaus-Dieter und die Witwe Dabelstein“ hat er 120 Mal verkauft. Um Verkaufszahlen geht es Manfred Bublitz wahrlich nicht. Er will Geschichten erzählen. In einigen davon, vor allem in den Krimis („Menü für eine Leiche“, „Steine reden nicht“), hat er sich inspirieren lassen von seinem spannenden Lebenslauf. Am Mittwoch, 18. März, liest der begeisterte Hobbyautor in der Bücherei in Steinkirchen.

Bereits mit 14 Jahren kam Manfred Bublitz in Hamburg zur Fischerei, fuhr dann zur See. Später arbeitete er als junger Mann 18 Monate im brasilianischen Manaos, war in der Bereederung für eine staatliche Ölgesellschaft tätig. Weil er Steuern sparen wollte, nahm er die panamesische Staatsbürgerschaft an. „Was ich nicht wusste: Ich verlor damit automatisch meine deutsche“, schmunzelt Manfred Bublitz im WOCHENBLATT-Gespräch. Erst als er zurückkehrte und 1959 bei der Wasserschutzpolizei in Hamburg anheuerte, erhielt er sie wieder.

Bei der Polizei machte Manfred Bublitz eine steile Karriere. Schnell stieg er auf: mittlerer Dienst, gehobener Dienst, höherer Dienst. Zwischenzeitlich führte er als stellvertretender Revierführer die weltbekannte Davidwache auf der Hamburger Reeperbahn. Begegnungen mit der Halbwelt sind ihm nicht fremd. Einen Vorfall wird er nie vergessen. Auf Streife in einer Seitenstraße verfolgte er einen Dieb und wurde dabei angeschossen. „Im ersten Moment merkt man die Wunde überhaupt nicht“, erinnert sich Bublitz.

Jahre später bekam er den Posten des Verkehrschefs. Hamburg verdankt Manfred Bublitz unter anderem die Tempo 30-Zonen in Wohngebieten, die Bublitz in der Hansestadt als erste Kommune Deutschlands einführte, nachdem sie zuvor in Buxtehude getestet wurden. „Dafür wurde ich auch angefeindet“, erzählt Bublitz. In seiner Amtszeit verringerten sich jedoch die schweren Unfälle mit Todesopfern. Zum Ende seiner Karriere leitete Bublitz die Schutzpolizeidirektion Süd, zu der u.a. Problemviertel wie Billstedt und Wilhelmsburg gehören.

Von sozialen Brennpunkten bekommt Manfred Bublitz in seinem Altersruhesitz in Steinkirchen nicht mehr viel mit. 1998 zog er mit seiner Frau Heike, die auch als Polizistin arbeitete, ins Alte Land. Direkt an die Lühe. Ihr schnuckeliges „Haus am Hafen“ kennt vermutlich jeder, der schon mal in Steinkirchen auf dem Deich spazieren gegangen ist.

Hier schreibt Manfred Bublitz seine Geschichten auf. Den eigenen Hof in Norwegen, auf dem Familie Bublitz öfter Erholung suchte, musste er aufgeben, da er seit einiger Zeit auf einem Auge blind ist.

Manfred Bublitz nimmt die Krankheit mit Humor. Weil die Krimis in Norwegen spielen, gab er sich ein Pseudonym: Einar Sandbakken. Einar, der Einäugige! Am Mittwoch, 18. März, liest er um 15 Uhr aus seinem neuesten Werk „Lyrøya“.

• Eintritt 5 Euro inkl. Kaffee und Kuchen; Anmeldung in der Bücherei unter Tel. 04142 - 4641.